Tagung am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache:

Sprach(en)politik in Deutschland

Perspektiven auf Sprachminderheiten- und Mehrsprachigkeitskonstellationen

vom 4.9. bis 6.9.2024
IDS Mannheim, Vortragssaal

Organisation: Katharina Dück / Heiko Marten / Albrecht Plewnia / Katja Cantone / Patrick Wolf-Farré

Call for Papers (PDF)

Sprache bewegt sich in einem gesellschaftlichen und damit immer auch in einem politischen Raum. Das bedeutet, Sprachpolitik bzw. Sprachenpolitik ist allgegenwärtig. Gleichwohl ist die Forschung zu sprach(en)politischen Fragen in Deutschland kein zentrales Thema der Linguistik und angrenzender Fächer. Dies spiegelt die Stellung von Sprach(en)politik in der Gesellschaft wider: kohärente Ansätze sind selten, und es herrscht weitgehend Stückwerk vor. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es keine Beschäftigung mit Sprach(en)politik gäbe – und zwar sowohl in der Wissenschaft als auch in der Politik und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Allerdings findet diese Thematisierung oft in Kontexten statt, die inhaltlich anders gerahmt werden. Dazu gehören etwa die Stellung der autochthonen Minderheitensprachen, die Fremdsprachen- oder Mehrsprachigkeitspolitik in Schulen oder der Umgang mit Sprachen von Migrant/-innen im Rahmen von Integrations- bzw. Inklusionsdebatten.

Vor diesem Hintergrund laden wir zu einer Tagung ein, die sich ausdrücklich mit Sprach(en)politik in Deutschland befassen soll. Hier möchten wir zusammenführen, wie zu Sprach(en)politik in unterschiedlichsten Kontexten gearbeitet wird. Das reicht von Untersuchungen zur Situation der autochthonen ebenso wie der allochthonen Minderheitensprachen über z.B. die herausgehobene Rolle des Englischen bis zum Umgang mit Mehrsprachigkeit an Schulen, in Unternehmen oder in den Medien. Fokussiert werden können Top-down- ebenso wie Bottom-up-Ansätze auf der Makro-, Meso- oder Mikroebene.

Da es unser Ziel ist, eine Vielzahl von Ansätzen zusammenzubringen, möchten wir ausdrücklich auch Kolleg/-innen aus angrenzenden Fächern – die etwa aus politikwissenschaftlicher, juristischer, soziologischer, philosophischer oder bildungswissenschaftlicher Perspektive zu Sprach(en)politik arbeiten – auffordern, ihre Vorschläge einzureichen. Genauso sind wir interessiert an Erfahrungen aus dem Alltag von Personen, die praktisch mit der Organisation von Sprache zu tun haben.

Explizit möchten wir auch den akademischen Nachwuchs einladen, Arbeiten und Ideen vorzustellen und zu diskutieren.

Wir freuen uns, dass als Plenarvortragende Vít Dovalil (Karls-Universität Prag), Natalia Gagarina (Leibniz-Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft, Berlin) und Stefan Oeter (Universität Hamburg) zugesagt haben.

Schicken Sie bitte Ihr Abstract im Umfang von ca. 300 Wörtern bis zum 31.1.2024 an

sprachenpolitik(at)ids-mannheim.de