Dissertationsprojekte in der Abteilung Lexik

Auf dieser Seite finden Sie Dissertationen, die zur Zeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Lexik im Rahmen der Promotion erstellt werden bzw. kürzlich erstellt worden sind.

Katja Arens

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Wortschatz in der Interaktion

Strukturieren und Evaluieren im Gespräch. Lexikalische Diskurspartikeln als Ressourcen der Gesprächsorganisation

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Arnulf Deppermann (Erstbetreuer), Prof. Dr. Prof. h. c. Susanne Günthner (Zweitbetreuerin)

Abstract:
Thema der Dissertation ist die Erforschung von Diskurspartikeln in der Interaktion. Aus interaktionslinguistischer Perspektive werden verschiedene Diskurspartikeln in diversen Interaktionstypen betrachtet, wofür das Forschungs- und Lehrkorpus für gesprochenes Deutsch (FOLK) die Datengrundlage bietet.
Weitere Informationen folgen in Kürze.

Fertigstellung: Dezember 2020

Isabell Neise

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Das Lehnwortportal Deutsch als Forschungs- und Publikationsplattform.

Involvementpraktiken in Livestreams von Let´s Plays – am Beispiel der Plattform Twitch

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Axel Schmidt, Prof. Dr. Konstanze Marx (Universität Greifswald), Prof. Dr. Arnulf Deppermann

Abstract:
Im Fokus dieser Arbeit stehen Livestreams von Let´s Plays, die über das Livestreaming-Videoportal Twitch ausgestrahlt werden. Über einen auf der Webseite integrierten Chat können angemeldete UserInnen simultan zum Livestream miteinander chatten. Der Chat wird während der Produktion ebenfalls von den StreamerInnen im Studio verfolgt und zur Interaktion mit den ZuschauerInnen eingesetzt, indem sie Chatbeiträge aufgreifen, kommentieren und Feedback elizitieren. Für die Aufrechterhaltung der so entstehenden cross-modalen Interaktionssituation im Livestream ist es relevant, dass sich die TeilnehmerInnen ihre gegenseitige Wahrnehmung und Verfügbarkeit für die gemeinsame Interaktionssituation anzeigen. Derartige Praktiken werden im Rahmen dieser Arbeit als Involvement-Praktiken verstanden. Das Ziel der Dissertation besteht darin, Involvement-Praktiken der StreamerInnen und ZuschauerInnen auf Basis eines multimodal-interaktionsanalytischen Ansatzes, der um eine ethnographische Perspektive erweitert wird und die Produktionssituation miteinbezieht, zu identifizieren und in ihrem sequenziellen und dialogischen Kontext zu beschreiben. Die Analyse basiert auf Videoaufzeichnungen der Regieraum- und Studiointeraktionen sowie Mitschnitten der Live-Let´s Plays, die durch die jeweiligen Chatprotokolle vervollständigt werden.
 

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Ngoc Duyen Tanja Tu

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Redewiedergabe

Eine korpus-linguistische Untersuchung zur lexikalischen Vielfalt von Redeeinleitern

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Stefan Engelberg

Abstract:
In diesem Dissertationsprojekt wird die Dynamik des Teilwortschatzes „Redeeinleiter“ untersucht. Dabei werden nicht nur Verben (sagen) als Redeeinleiter betrachtet, sondern auch Substantive (Gerücht), Adjektive (hörbar) und Phrasen (ans Herz legen).
Als Datengrundlage dient das Redewiedergabe-Korpus, das sich aus fiktionalen sowie nicht-fiktionalen Textausschnitten aus den Jahren 1840-1920 zusammensetzt und manuell mit Redewiedergabeformen annotiert ist. Zur Analyse werden verschiedene Maße der quantitativen Korpuslinguistik herangezogen (u. a. das Type-Token-Ratio, das Produktivitätsmaß nach Baayen, die Entropie nach Shannon). Des Weiteren wird überprüft, ob andere Parameter die Verteilung der Redeeinleiter beeinflussen, wie z. B. der Redewiedergabetyp – direkt oder indirekt – mit dem der Einleiter auftritt oder die Position des Redeeinleiters im Syntagma – initial, medial oder final. In diesem Zusammenhang werden Methoden gesucht bzw. getestet, die es möglich machen, ungleich große Teilkorpora, wie beispielsweise das Teilkorpus „direkte Redeeinleiter“ und das Teilkorpus „indirekte Redeeinleiter“, quantitativ miteinander vergleichen zu können.
Folglich sind die Ziele der Dissertation zum einen a) das Finden bzw. das Erproben geeigneter Methoden, um Teilwortschätze quantitativ zu untersuchen, und zum anderen b) die Dynamik im System der Redeeinleiter zu erfassen.


Voraussichtliche Fertigstellung: 2021

Katja Laptieva

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Verben und Argumentstrukturen

Wenn Argumente keine Argumente sind. Eine korpusbasierte Untersuchung der atelischen an-Konstruktion

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Stefan Engelberg (IDS Mannheim), PD Dr. Sebastian Bücking (Tübingen/Siegen)

Abstract:
Den Untersuchungsgegenstand meiner Arbeit bildet die atelische an-Konstruktion im Deutschen, die bei einer Reihe von Verben möglich ist, z. B. an etwas malen/basteln/knabbern/… Die Korpusdaten zeigen unterschiedliche Selektionspräferenzen der Verben in der transitiven und in der präpositionalen Verwendung auf, vgl. an der Rückkehr basteln vs. *die Rückkehr basteln, an der Niederlage knabbern vs. *die Niederlage knabbern. Das unterschiedliche Selektionsverhalten ist eines der Argumente gegen das Ableitungsverhältnis zwischen der transitiven Verbvariante und der präpositionalen an-Konstruktion: Atelische an-Phrasen können nicht als präpositionales Pendant zum direkten Objekt betrachtet werden. Stattdessen schlage ich vor, atelische an-Phrasen als ereignisinterne Modifikatoren zu analysieren, die eine eigenständige, grundlegend lokale Bedeutung haben und sich mit den einstelligen, agentiven Verbvarianten verbinden. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf korpusbasierten Methoden und Maßen, die für die Untersuchung von (vermeintlichen) Argumentalternationen eingesetzt werden können.

Fertigstellung: Das Dissertationsprojekt wurde im April 2021 fertiggestellt

Sarah Torres Cajo

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Wortschatz in der Interaktion

Positionierungspraktiken in Alltagsgesprächen – Die Entwicklung eines interaktionalen Positionierungsansatzes

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Arnulf Deppermann

Abstract:
Das Thema der Dissertation ist die Ausarbeitung des Positionierungskonzepts auf interaktionaler Ebene. Anhand authentischer Alltagsgespräche werden aus interaktionsanalytischer Perspektive der sequenzielle Ablauf performativer Positionierungen sowie deren interaktive Aushandlung beschrieben.

Voraussichtliche Fertigstellung: Dezember 2020

Abgeschlossene Dissertationsprojekte

Annelen Brunner

Mitarbeiterin im Projekt Usuelle Wortverbindungen und im Projekt Empirische Methoden.
 

Automatische Erkennung von Redewiedergabe

Universität Würzburg
Betreuer: Prof. Dr. Fotis Jannidis
 

Abstract:
Die Arbeit aus dem Gebiet der Digital Humanties untersucht Strategien zur automatischen Identifizierung von Redewiedergabe (in den Formen direkt, frei-indirekt, indirekt und erzählt). Dazu wurde ein Referenzkorpus deutschsprachiger Erzähltexte manuell mit Wiedergabekategorien annotiert und es wurden sowohl regelbasierte als auch auf maschinellem Lernen basierende Erkenner als Prototypen implementiert und ausgewertet.
 

Die Dissertation von Annelen Brunner ist im April 2015 erschienen:

Automatische Erkennung von Redewiedergabe. Ein Beitrag zur quantitativen Narratologie (Narratologia 47). Berlin u.a.: De Gruyter.

Vanessa González Ribao

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Grammatik

Das Zusammenspiel von Verb- und Musterbedeutung der medialen Kommunikationsverben im Sprachvergleich Deutsch-Spanisch-Englisch. Eine konzeptuell orientierte lexikologische Studie.

Universität Santiago de Compostela (Spanien)
Betreuer: Prof. Dr. Stefan Engelberg, Prof. Dr. Meike Meliss

Abstract:
Thema der Dissertation ist der Vergleich der argumentstrukturellen Eigenschaften von deutschen und spanischen medialen Kommunikationsverben (MKV). Als MKV werden diejenige Kommunikationsverben bezeichnet, die sich auf Sprachhandlungen beziehen, in denen die Kommunikation zwischen Sprecher und Hörer mithilfe eines technologischen Mediums erfolgt (z. B. faxen, mailen, twittern, bloggen u. a.). Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob neue, aus dem Englischen entlehnte MKV mit den Argumentstrukturen (AS) der entsprechenden englischen Verben, ins Deutsche bzw. ins Spanische übernommen werden, oder die AS dieser Verben vielmehr an die AS von bedeutungsverwandten Verben in den entsprechenden Nehmersprachen angepasst werden. Die sprachtheoretische Grundlage der Arbeit beruht sowohl auf der lexikalischen Semantik als auch auf verschiedenen Ansätzen der Konstruktionsgrammatik und der Valenztheorie. Als empirische Grundlage werden die Corpora from the Web der Freien Universität Berlin verwendet. Die Arbeit schließt mit einem anwendungsorientierten Kapitel zur bilingualen Lernerlexikographie Deutsch-Spanisch.

Im April 2019 hat Vanessa González Ribao ihre Promotion an der Universität Santiago de Compostela mit der Benotung suma cum laude abgeschlossen. Die Doktorarbeit ist 2020 mit dem Peter-Roschy-Preis des Vereins der Freunde des IDS ausgezeichnet worden. Eine überarbeitete Version der Arbeit wird in der Reihe "Konvergenz und Divergenz" des De Gruyter Verlages unter dem Titel "Mediale Kommunikationsverben: Das Zusammenspiel der Verb- und Musterbedeutung im Sprachvergleich Spanisch-Deutsch" (Band 12) publiziert.

Alexander Koplenig

Mitarbeiter im Projekt Empirische Methoden

Quantitative Zeitreihenanalyse von lexikalischen und semantischen Sprachwandelprozessen

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Stefan Engelberg

Abstract:
Basierend auf den Ngram-Korpora von Google versucht diese Arbeit quantitativ zu zeigen, wie sich das Deutsche im Vergleich zu anderen Sprachen (Italienisch, Spanisch, Französisch) in den letzten 150-200 Jahren lexikalisch und semantisch verändert hat. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, inwieweit sich die beiden Weltkriege als globale Großereignisse unterschiedlich auf vorhandene Sprachwandelprozesse in den untersuchten Sprachen auswirken.

Die Dissertation von Alexander Koplenig ist 2016 erschienen: 

Analyzing lexical change in diachronic corpora. Mannheim: Universität Mannheim, 2016.

Christine Möhrs

Mitarbeiterin im Projekt Lexikalischer Wandel unter deutsch-kolonialer Herrschaft sowie in den Projekten elexiko und OWID
 

Syntagmatische Verwendungsmuster in einsprachigen deutschen Wörterbüchern

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Betreuer: Prof. Dr. Hans Bickes

Abstract:
In dieser Arbeit werden zehn einsprachige deutsche Wörterbücher (darunter Allgemeine Bedeutungswörterbücher, Lernerwörterbücher und auf Syntagmen fokussierte Spezialwörterbücher) untersucht. Einerseits werden die in den Wörterbüchern gewählte Terminologie und die typografischen Merkmalen des Angabebereiches, in dem syntagmatische Verwendungsmuster gezeigt werden, erfasst und beschrieben. Andererseits werden anhand von Stichproben von in Wortartikeln aufgeführten syntagmatischen Verwendungsmustern der Wortarten Nomen, Verben und Adjektive Unterschiede in der formalen Aufbereitung der Muster herausgearbeitet. Dies geschieht in Hinblick darauf, dass die Wörterbücher eine unterschiedliche Inhalts- bzw. Zielgruppenausrichtung verfolgen.

Die Dissertation von Christine Möhrs ist 2016 erschienen:

Syntagmatische Verwendungsmuster in einsprachigen deutschen Wörterbüchern. Amades: Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache 50. Institut für deutsche Sprache, Mannheim, 2016.

Nofiza Vohidova

Mitarbeiterin im Projekt Wörterbücher deutscher Lehnwörter in slavischen Sprachen
 

Lexikalisch-semantische Graduonymie. Eine empirisch basierte Arbeit zur lexikalischen Semantik

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Stefan Engelberg

Abstract:
Die Dissertation behandelt die graduellen semantischen Relationen zwischen Wörtern im Deutschen. Hinsichtlich der graduellen Ausprägung eines Bedeutungsbestandteils stehen lexikalische Einheiten in Opposition zueinander und konstituieren kleine bis mittelgroße Wortreihen wie z. B. Brise < Wind < Sturm < Orkan. Die graduelle Relation zwischen Wörtern wird in der lexikalischen Semantik als Graduonymie bezeichnet. Die Arbeit zielt darauf, die Relation der Graduonymie als eigenständigen Typ der Inhaltsrelationen zu unterscheiden. Dieser forschungsleitenden Frage wird nicht nur von einem theoretischen, sondern vor allem von einem empirischen Standpunkt aus nachgegangen.

Die Dissertation von Nofiza Vohidova ist 2016 erschienen:

Lexikalisch-semantische Graduonymie: Eine empirisch basierte Arbeit zur lexikalischen Semantik. Studien zur Deutschen Sprache 69, Tübingen 2016.

Mark Dang-Anh

Mitarbeiter im Projekt Sprachliche Sozialgeschichte 1933-1945

Protest als mediale Praxis. Eine medienlinguistische Untersuchung synthetischer Protestsituationen unter besonderer Berücksichtigung von Twitter

Universität Siegen
Betreuer: Prof. Dr. Stephan Habscheid, Prof. Dr. Sigrid Baringhorst (Zweitbetreuerin)

Abstract:
Die medienlinguistisch orientierte Arbeit untersucht die Rolle des Sprach- und Zeichengebrauchs bei der medialen Verfertigung von sozialen und kommunikativen Praktiken im Rahmen von politischen Straßenprotesten. Anhand zweier Fallstudien zur Protestkommunikation wird geklärt, wie die Beteiligten Straßenproteste situativ durch digitale Medien hervorbringen. Insbesondere die soziale Netzwerkplattform Twitter erweist sich hierbei als Medium, in dem Situationen synthetisch konstituiert werden. Methodisch verknüpft die Arbeit dabei interaktions- und textlinguistische mit sozialwissenschaftlich-ethnographischen Zugriffen. Die Arbeit leistet ebenfalls einen theoretischen Beitrag zur Fachdebatte über eine praxeologisch orientierte Linguistik und deren Stellenwert im Fach.

Die Dissertation von Mark Dang-Anh ist 2019 erscheinen:

Protest twittern. Eine medienlinguistische Untersuchung von Straßenprotesten. transcript, Bielefeld, 2019.

Katharina Kemmer

Mitarbeiterin im Projekt elexiko
 

Illustrationen in Onlinewörterbüchern

Universität Mannheim
Betreuer: Prof. Dr. Stefan Engelberg

Abstract:
Gegenstand und Titel der Arbeit sind Illustrationen in Onlinewörterbüchern. Vordergründiges Ziel der Dissertation ist die Untersuchung, welche Parameter die Rezeption einer Illustration für den Benutzer erleichtern und welche Faktoren Bebilderungen zu einer sinnvollen Ergänzung des Wortartikeltexts in Onlinewörterbüchern machen. Gleichzeitig werden Methoden zur Untersuchung dieser Fragen entwickelt und daraufhin zwei Studien (Befragungs- und Beobachtungsstudie) durchgeführt. In einem Schlusskapitel wird schließlich eine Neuordnung des Untersuchungsgegenstands vorgenommen.

Die Dissertation von Katharina Kemmer ist 2014 erschienen:

Illustrationen im Onlinewörterbuch. Text-Bild-Relationen im Wörterbuch und ihre empirische Untersuchung. Amades: Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache 47. Institut für deutsche Sprache, Mannheim, 2014.

Ruth Maria Mell

Mitarbeiterin im Projekt Demokratiediskurs 1918–1925

Vernunft, Mündigkeit, Agitation. Eine diskurssemantische Analyse zur Generierung und Strukturierung von Wissen über das Konzept ,Aufklärung 1968‘

Universität Mannheim
Betreuerin: Prof. Dr. Heidrun Kämper

Abstract:
Ausgehend von der von Charles Fillmore geprägten und in dessen Folge von Dietrich Busse weiterentwickelten Konzeption von frames als Strukturrahmen von Wissen wurde in dieser Studie ein Instrumentarium entwickelt, welches das durch diskurslinguistische und intertextuelle Analyse gewonnene und sprachlich repräsentierte Wissen über das Konzept ,Aufklärung 1968‘ nach Wissensarten und Wissenselementen unterscheidet. Somit stellt diese Arbeit eine Methode zur Generierung und Strukturierung von Wissen beispielhaft an einer zentralen Leitvokabel und Schlüsselkategorie der Moderne vor.
 

Die Dissertation von Ruth Maria Mell ist 2015 erschienen:

Vernunft, Mündigkeit, Agitation. Eine diskurslinguistische Untersuchung zur Generierung und Strukturierung von Wissen über das Konzept ‘Aufklärung 1968’. Sprache - Politik - Gesellschaft 16, Bremen 2015.

Melanie Seidenglanz

Mitarbeiterin der Universität Mannheim

Wer hat uns verraten? Zur sprachlichen Konstruktion des Verratsdiskurses im linken Parteienspektrum der frühen Weimarer Republik

Universität Mannheim
Betreuerin: Prof. Dr. Heidrun Kämper

Abstract:
Die Dissertation ist ein Beitrag zur Sprachgeschichte des 20. Jahrhunderts im Allgemeinen und zum Verständnis des Sprachgebrauchs der deutschen Arbeiterschaft innerhalb der Weimarer Republik (in Bezug auf das Thema Verrat) im Besonderen. In der diskursanalytischen Studie steht das kulturwissenschaftliche und sprachliche Konzept ,Verrat‘ im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Leitfrage der Untersuchung lautet hierbei: Wie manifestiert sich das Konzept ,Verrat‘ in der Sprache der Weimarer Diskursbeteiligten? Anhand eines Vier-Ebenen-Modells (Lexikalisch-semantisches Netz, Sprachlicher Umbruch, Metaphorik, Stereotypie) wird das Konzept ,Verrat‘ sowohl kulturwissenschaftlich als auch sprachwissenschaftlich analysiert.

Die Dissertation von Melanie Seidenglanz ist 2014 erschienen:

Wer hat uns verraten? Zur sprachlichen Konstruktion des Verratsdiskurses im linken Parteienspektrum der frühen Weimarer Republik. Sprache - Politik - Gesellschaft 15, Bremen 2014.