Sprachforum 2014

Donnerstag, 26.6.2014, 19.30 Uhr
PD Dr. Axel Schmidt
Zwischen Inszenierung und Authentizität. Sprache und Sprechen im Reality-TV.
Fernsehen bedeutet und behauptet von Anbeginn einen besonderen Bezug zur Wirklichkeit, da es die technische Möglichkeit hat, Ereignisse zu konservieren und massenhaft zu übertragen. Diese grundsätzliche „Welthaltigkeit“ von Fernsehinhalten macht sich das sogenannte Reality-TV zunutze, um seinen Darstellungen den Eindruck von Authentizität zu verleihen. Zugleich sind seine Produkte aber hoch inszeniert, da gezeigtes Geschehen für die Kamera arrangiert wird. Das Sprechen der gezeigten Teilnehmenden spielt dabei eine Schlüsselrolle, da sie und ihr Handeln es sind, welches Reality-TV-Sendungen ihren Realitätseffekt verleihen. Es fungiert – wenn man so möchte – als Realitätsverankerung. Der Vortrag geht daher der Frage nach, welche Rolle das Sprechen im Reality-TV spielt und wie es dazu eingesetzt wird, Authentizität zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um den Eindruck, den die Sendung selbst vermittelt, sondern auch darum, wie das Gezeigte hergestellt wurde. Letzteres macht einen Zugang zu Produktionsdaten erforderlich, da abzuschätzen ist, welche Inszenierungshandlungen in welchem Umfang zu unterstellen sind. Im Vortrag soll beiden Ebenen (Produkt und Produktion) mit Blick auf das Sprechen (vor allem der Teilnehmenden) nachgegangen werden.