Sprachforum 2014

Donnerstag, 27.11.2014, 19.30 Uhr
Dr. Dominik Brückner
Wortgeschichten in Weihnachtsliedern.
In alten Texten gibt es viele Wörter, die wir heute entweder gar nicht mehr verstehen, oder nicht mehr so, wie sie ursprünglich von ihren Verfassern  gebraucht wurden. Dafür ist der Sprachwandel verantwortlich: In Texten, die  um 1800 entstanden sind, können auf einer Buchseite schon fünf bis zehn  Wörter Probleme aufwerfen. Diese Anzahl macht zwar das Erfassen des Inhalts nicht unmöglich, ist aber bereits groß genug, ein genaues Textverständnis zu gefährden. Gerade bei Texten, die uns zeitlich wie sprachlich so nahe sind, dass uns die Differenzen kaum auffallen, ist es wichtig, sich ihrer bewusst zu sein. In diesem Vortrag wird es darum gehen, die historischen Bedeutungen einiger Wörter herauszuarbeiten und sie so zu beschreiben, wie sie den Zeitgenossen entgegengetreten sein könnten. Jahreszeitlich bedingt betrachten wir dabei die Texte einiger Weihnachtslieder, bei denen uns zusätzlich eine große Vertrautheit und emotionale Nähe den Blick auf die semantischen Feinheiten von Wörtern wie „still“, „hold“, „entspringen“ oder „Verheißung“ erschwert. Unsere wortgeschichtlichen Erkenntnisse können dann für das bessere Verständnis der Lieder fruchtbar gemacht werden.