Laufende Reihen
Welchen Charakter hatte diese Wiener Konferenz?
Mit der Wiener Konferenz haben nach 1986 und 1990 zum dritten Mal internationale
Verhandlungen auf politischer Ebene über eine Reform der deutschen
Orthographie stattgefunden.
Auf Einladung des österreichischen
Bundesministeriums für Unterricht und Kunst nahmen an den Beratungen vom
22. bis 24. November 1994 Delegationen aus Belgien, Deutschland, Dänemark,
Italien/Südtirol, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Rumänien,
der Schweiz und Ungarn teil.
Der Vorschlag erhielt die Zustimmung aller
Teilnehmer der Konferenz. Er wurde als der am besten durchdachte und am
sorgfältigsten abgewogene Vorschlag seit der Normierung der deutschen
Orthographie im Jahre 1901 bezeichnet. Die Konferenz würdigte die
sorgfältigen und umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten und empfahl den
politischen Entscheidungsinstanzen die Ergebnisse der Beratungen anzunehmen.
Damit bestand seit fast hundert Jahren zum ersten Mal die reale Chance die
deutsche Rechtschreibung behutsam weiterzuentwickeln.
