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Deutsch von außen

38. Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache (IDS)

12.-14. März 2002

Den allermeisten Menschen in den deutschsprachigen Ländern und Regionen ist die eigene Sprache wichtiger als andere. Sie unterscheiden sich damit nicht von Menschen mit anderen Erstsprachen, für die ebenfalls die eigene Sprache besonders bedeutsam ist. Auch viele deutschsprachige Germanisten haben einen Hang zur Binnenperspektive, zur Betrachtung der deutschen Sprache und Literatur aus der Sicht der 'Eigentümer', denen die eigene Sprache und Literatur besonders nah und in gewisser Hinsicht selbstverständlich ist. Diese eingeschränkte Sicht auf die Sprache lässt sich durch den Blick von außen, besonders durch Untersuchungen des Deutschen im Vergleich mit anderen Sprachen und Literaturen erweitern und relativieren. Für Germanisten im nichtdeutschsprachigen Ausland sind Anlässe und Ziele der vergleichenden oder kontrastiven Linguistik wie auch der Literatur-komparatistik geradezu natürlich. Aneignung und Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache und der in ihr verfassten Literatur legen einen ausgesprochenen oder impliziten Vergleich mit der jeweils eigenen Sprache und Literatur besonders nahe.

Das IDS möchte mit seiner nächsten Jahrestagung zu der anregenden und erhellenden Außensicht auf den Gegenstand der germanistischen Linguistik, die deutsche Sprache, beitragen. Dabei sollen neben Fragen des linguistisch-systematischen Vergleichs auch die Funktion und Bedeutung, welche die germanistische Linguistik und der Deutschunterricht an Hochschulen in nichtdeutschsprachigen Ländern derzeit haben, behandelt werden. Die Beiträge zum Generalthema "Deutsch von außen" sollen also zwei Themenkomplexen gelten:

  1. Wie erscheint die deutsche Sprache im Vergleich zu anderen Sprachen?
  2. Welche Rolle hat Deutsch als akademischer Lehr- und Forschungsgegenstand im anders-sprachigen Ausland?

Von den insgesamt 14 bis 16 vorgesehenen Vorträgen wird jeweils etwa die Hälfte ihren thematischen Schwerpunkt bei einer der beiden Fragen haben. Auch Verbindungen zwischen beiden Themenbereichen werden hergestellt. Solche Verbindungen werden unter anderem durch die folgenden thematischen Aspekte nahegelegt, von denen einige sich beiden Leitfragen zuordnen lassen.

  • Deutsch im Kontrast mit anderen Sprachen: Entsprechungen und Differenzen (in exemplarischer Auswahl)
  • Typologische Merkmale des Deutschen besonders im europäischen Sprachvergleich (in exemplarischer Auswahl)
  • Deutsch im Kontakt mit anderen Sprachen im Inland und im (europäischen) Ausland
  • Schwierigkeiten des Deutschen als Fremdsprache (aus der Sicht der Sprache X)
  • Vorzüge des Deutschen als Fremdsprache (aus der Sicht der Sprache X)
  • Kuriositäten der deutschen Sprache (aus der Außensicht)
  • Einstellungen zum Deutschen als Fremdsprache: Meinungen und Stereotype (z.B. 'guttural', 'logisch', 'schwierig', 'nützlich')
  • Motive und Ziele von Germanistik und Deutschunterricht im Land X : Situation und Tendenzen

Angesichts des Themas und seiner Aspekte kann und sollte die Tagung nicht vorwiegend mit Beiträgen aus der 'Inlandsgermanistik' bestritten werde. Es ist vielmehr mit einer besonders intensiven Beteiligung der sog. Auslandsgermanistik zu rechnen. Eine Reihe ausländischer Kolleginnen und Kollegen hat ihre Teilnahme schon zugesagt.

Im Rahmen der Tagung werden der Förderpreis der Hugo-Moser-Stiftung und der Konrad-Duden-Preis der Stadt Mannheim vergeben.


Programm

Hinweise

[PDF] Tagungsort
Bürgersaal
Stadthaus Mannheim
N1, am Paradeplatz
Mannheim
Weitere Informationen zur 38. Jahrestagung: jahrestagung@ids-mannheim.de