Jahrestagungen
Präsentation: Dr. Thorsten Trippel (Universität Bielefeld)
Web-basierte Audiokonkordanz
Abstract
Eine Konkordanz für multimodale Multitierannotationen ist der Gegendstand dieser Präsentation. Multitierannotationen fallen dort an, wo unterschiedliche linguistische Ebenen an Ressourcen annotiert werden, bei denen die Segmentierung nicht unbedingt zu identischen Intervallgrenzen führt und bei denen man Annotationsstrukturen nicht ohne weiteres in einem Tier mittels kontextfreien Grammatiken darstellen kann. Beispiele dafür sind Signalannotationen, bei denen neben phonetischer Transkription auch Töne, Pausen, Nebengeräusche, etc. annotiert werden aber auch multimodale Annotationen, bei denen neben der Wortebene auch Gesten aufgenommen werden.
In den entsprechenen Annotationswerkzeugen wie Xwaves, praat, Wavesurfer, aber auch TASX-Annotator, Elan oder Exmeralda kann man sich diese parallelen Tiers ansehen und so interessante Muster finden. Was allerdings problematischer ist, sind Muster, die einem nicht unmittelbar auffallen oder bei denen man herausfinden möchte, ob sie häufiger in einem bestimmten Korpus auftauchen.
Für einfache Kontextanalysen verwendet man im textuellen Einebenenbereich Konkordanzen, die neben dem Schlüsselbegriff auch die rechten und linken Kontexte wiedergeben. Für Multitierannotationen ist dies jedoch nicht ganz so einfach, da man neben dem rechten und linken Kontext auch die jeweiligen Kontexte auf den parallelen Tiers anzeigen muss, da es sich dabei schließlich auch um Kontexte handelt, nur auf anderer Annotationsebene.
Das vorgestellte Tool basiert auf der XML Repräsentation von multimodalen Mehrebenenannotionen nach der TASX (Time Aligned Signaldata eXchange) Grammatik und erlaubt nun genau die Suche über ein Multitier-Korpus, auch bei nicht synkronen Segmentgrenzen. Als Benutzerschnittstelle dient dabei ein standardkonformer Webbrowser und die Berechnung erfolgt serverseitig ebenso im XML Paradigma. Die Verbindung der verschiedenen Tiers über das Signal mit den entsprechenden Zeitstempeln erlaubt ferner die Referenz auf das Ausgangssignal, so dass der Zugriff auf das Aufnahmematerial möglich ist. Die gezeigte Applikation ist auf die Audiodaten eingeschränkt.
