Programmbereich Korpuslinguistik
Kontakt:
<korpuslinguistik@ids-...>
Leitung:
Dr. Marc Kupietz <kupietz@ids-...>
Wissenschaftliche Mitarbeiter:
Cyril Belica <belica@ids-...>
Dr. Harald Lüngen <luengen@ids-...>
Rainer Perkuhn <perkuhn@ids-...>
Kooperationen:
siehe hier
Ehemalige am Korpusaufbau beteiligte Mitarbeiter des IDS:
siehe hier
Wissenschaftliche Hilfskräfte:
Xiaoxi Pang
Studentische Hilfskräfte:
Andreas Gölz
Programmbereich Korpuslinguistik
Korpora der geschriebenen Sprache
Das IDS-Textmodell
Für die effiziente automatische Auswertung großer elektronischer Textsammlungen ist es unerlässlich, dass die Texte in einem einheitlichen Datenstrukturformat kodiert sind. Für die Korpora geschriebener Sprache am IDS wird dieses Format durch das so genannte IDS-Textmodell definiert, das auf dem internationalen Kodierungsstandard XCES basiert und darüberhinaus einige Ergänzungen und Änderungen enthält, die wiederum großteils an den Standard TEI P5 angelehnt und teilweise durch die spezifische Korpusstruktur der IDS-Korpora motiviert sind.
Charakteristisch für das IDS-Textmodell ist die angestrebte originalgetreue Abbildung der textuellen Inhalte und Strukturen der Quelltexte und die Dokumentation sämtlicher bisher in den Korpora vorkommender Textarten in einheitlichen Strukturen.
Zentrale Komponenten des IDS-Textmodells sind Korpusstruktur, Korpustext-Bibliografie und Primärtextbehandlung.
Korpusstruktur
Um virtuelle Korpuskompositionen, sinnvolle Quellenlisten bei der Ergebnispräsentation u.a.m. zu ermöglichen, werden die Quelltexte nach festgelegten Kriterien gegliedert und in eine hierarchische Struktur eingebunden, die folgende drei Ebenen umfasst:
| »»» | Korpusebene (Korpusidentifikator, z.B. LES) | ||
| »»» | Dokumentebene (Dokumentidentifikator, z.B. LES/ESS) | ||
| »»» | Textebene (Textidentifikator, z.B. LES/ESS.20022) | ||
Das IDS-Textmodell definiert Text als eine relativ selbstständige, inhaltlich kohärente Folge natürlichsprachlicher Äußerungen, die natürlichen Kommunikationssituationen entstammen. Sie bildet den Korpustext, die »kleinste« Einheit eines Korpus.
Jedes Korpus besteht aus einem oder mehreren Dokumenten; jedes Dokument setzt sich wiederum aus einem oder mehreren Korpustexten zusammen. In einem Dokument können mehrere Texte nach bestimmten Gesichtspunkten zusammengefasst sein, z.B. nach Quellen, chronologischer Abfolge, Themenbereichen und/oder Textarten. Ein Text beinhaltet je nach Korpusstruktur z.B. einen oder mehrere Zeitungsartikel oder eine als Ganzes aufgenommene Zeitung/Zeitschrift, einen Auszug aus einem selbstständigen Werk oder ein selbstständiges Werk als Ganzes.
| Anz. Texte | Dokument | Beschreibung | Bd. |
|---|---|---|---|
| 1 | LES/HIL.00000 | Es waren Habichte in der Luft. Roman | 1 |
| ... | ... | ... | ... |
| 1 | LES/ALE.00000 | Die Auflehnung. Roman | 12 |
| 77 | LES/ERZ.13001 [-16022] | [Erzählungen] | 13-16 |
| 3 | LES/SCH.17001 [-17003] | [Schauspiele] | 17 |
| 4 | LES/HOR.18001 [-18004] | [Hörspiele] | 18 |
| 98 | LES/ESS.19001 [-20032] | [Essays] | 19+20 |
Korpustext-Bibliografie
Die IDS-Korpustexte sind von jeher mit Quellennachweisen versehen, die bei der Anzeige gefundener Belege mit angezeigt werden. Allerdings waren sie in den früheren Korpora unstrukturiert. So wurde in den Neunzigerjahren ein Korpustext-Bibliografiemodell als eine zentrale Komponente des IDS-Textmodells entwickelt, das korpusübergreifende automatische Zugriffe auf die nunmehr einheitlich strukturierten umfangreichen Quellendaten mit folgenden Zielen erlaubt:
- automatische virtuelle Korpuskomposition nach Autoren, Textarten,
Entstehungszeiten, Sachgebieten usw.; vorkommende Textarten sind z.B.:
Abhandlung Aphorismus Aufsatz Autobiografie Bericht Biografie Brief Denkschrift Erlass Erzählung Essay Flugblatt Fußnote Forschungsbericht Gebet Gebrauchsanweisung Gedicht Handzettel Hörspiel Interview Klappentext Leitartikel Märchen Nachruf Nachwort Parteiprogramm Petition Presseerklärung Produktbeschreibung Protokoll Rede Rezension Roman Schauspiel Tagebuch Vorspann Werbung - automatische nutzerorientierte Generierung von auswählbaren Arten von Quellennachweisen (ausführlich normgerecht, verkürzt oder übergeordnet)
- Informationsgewinnung statistischer Natur unter vielfältigen Aspekten, z.B. chronologische Sortierung der Rechercheergebnisse, ermöglicht durch die Bereitstellung des Entstehungsdatums
Primärtextbehandlung
Der Primärtext des IDS-Textmodells setzt sich aus den so originalgetreu wie möglich abgebildeten Originaltext- und minimalen notwendigen Zusatzinformationen zusammen.
| Originaltextinformationen | = | Grundtext + Vorspann + Überschrift(en) + Grußformel(n) + Bildtext(e) + Zusatz-(Rand-)Text(e) + Übersicht(en) + Tabelle(n) + Fußnote(n) + Originalseiteneinteilung + ... | |
| Zusatzinformationen | = | Satzende(n) + Absatzgrenze(n) |
Das Markieren dieser Erscheinungen und ggf. weiterer (z.B. Verfasser, Interviewpartner, typografische Hervorhebungen) erlaubt die Inbezugsetzung von Textinhalten zu Textstrukturen, Recherchen mit Satzabständen, die Bestimmung der Belegstellenkontexte, die Bereitstellung konkreter Originalseitenangaben in den Quellennachweisen u.a.m.
