Grammatik
GRAMMIS
Online-Angebot: Direkter Zugang zu GRAMMIS
Projektbeschreibung, Projektziele
Nutzerbestimmung, Adressaten
Theoretischer Rahmen
Methodik, Datengrundlage
Aktivitäten
Kooperation
Internet-Service des Projekts
Mitarbeiter
Publikationen
Projektbeschreibung, Projektziele
Das Projekt hat zum Ziel, ein umfassendes multimediales elektronisch vernetztes Informationssystem zur deutschen Grammatik bereitzustellen, auf das weltweit über das Internet zugegriffen werden kann. Das System soll der Erschließung wichtiger Ergebnisse der Arbeiten der Abteilung Grammatik des IDS für die breite Öffentlichkeit dienen. Das bisher erarbeitete GRAMMIS enthält vier inhaltliche Komponenten.
Das Kernstück des Systems ist die Systematische Grammatik. In dieser Komponente wird versucht, ein hierarchisch strukturiertes Gesamtbild der Grammatik der deutschen Gegenwartssprache zu entwerfen. Die Ausdrucksstrukturen werden dabei vor allem unter syntaktischem und semantischem Aspekt untersucht:
- Aus syntaktischer Sicht werden Ausdruckseinheiten potenziell jeder Komplexitätsstufe beschrieben. Behandelt werden ihre funktionale Bestimmung durch Aufgaben im Rahmen des Aufbaus von Sätzen, ihre formale Zusammensetzung, die syntagmatischen Beziehungen, die sie eingehen, und die Paradigmen, in denen sie stehen.
- Aus semantischer Sicht werden die syntaktischen Strukturen im Deutschen nicht als autonom gesehen, sondern als Basis für die Interpretation der Bedeutungsverhältnisse in Diskurs- und Texteinheiten aller Komplexitätsstufen.
- Aus kommunikativ-funktionaler Sicht wird betrachtet, über welche sprachliche Mittel man als Sprachteilhaber verfügen kann, um die Aufgaben zu bewältigen, die sich unter verschiedensten Rahmenbedingungen im Zug kommunikativen Handelns ergeben können.
Weitere Komponenten von GRAMMIS sind:
- das Terminologische Wörterbuch, in dem die in GRAMMIS verwendeten grammatischen Termini erläutert werden,
- das Grammatische Wörterbuch, das Spezialinformationen zu Funktionswörtern wie Präpositionen und Konnektoren, darüber hinaus zu Affixen und ausgewählten Verben liefert,
- die Grammatische Bibliografie, die eine differenzierte Literaturrecherche in der Bibliografie zur deutschen Grammatik (BDG) ermöglicht, die seit 1965 erschienene Publikationen verzeichnet.
- die Grammatik in Fragen und Antworten, in der in kurzen, allgemein verständlichen Texten Fragen beantwortet werden, die sich jedem beim Schreiben oder Sprechen stellen.
Alle Komponenten sind miteinander durch Hyperlinks vernetzt und mit vielfältigen Zugriffsmechanismen und Suchmöglichkeiten ausgestattet.
Der zurzeit erfolgende Ausbau der Grammatik in Fragen und Antworten soll das Informationssystem für das allgemeine, nicht fachliche Publikum öffnen und damit abrunden. Er wird von Aktualisierungs- und - nach Bedarf - Erweiterungsarbeiten an den übrigen Komponenten von GRAMMIS begleitet. Schließlich wird das gesamte System laufend an die neuen Entwicklungen im Bereich Informationsmanagement angepasst.
Nutzerbestimmung, Adressaten
GRAMMIS richtet sich primär an alle, die ernsthaft an Erklärungen grammatischer Erscheinungen interessiert sind, also insbesondere an Studierende, Lehrende und Sprachwissenschaftler. Die Vernetzung der Informationseinheiten in Form eines Hypertextes und die ausdifferenzierten Recherchemechanismen machen eine individuell gesteuerte Wissenserschließung möglich. Um der Heterogenität des primären Adressatenkreises gerecht zu werden, wird die grammatische Information in der Systematischen Grammatik bei Bedarf in drei Ebenen mit ansteigendem Anteil an Spezialinformation geschichtet: Kompakttexte, Detailtexte und Vertiefungstexte. Als allgemein zugängliches grammatisches Informationssystem im Internet wird GRAMMIS aber auch von sprachinteressierten Laien genutzt, die etwa bei der Textformulierung Hilfe suchen. Dass es bei dieser Nutzergruppe eine große Nachfrage nach fachlicher Unterstützung gibt, zeigen zahlreiche Anfragen an einschlägige Informationsdienste und auch an das IDS. Für diese Nutzergruppe wird mit der Komponente Grammatik in Fragen und Antworten ein eigener Zugang geschaffen. Das gesamte System soll auf diese Weise sowohl Experten als auch sprachinteressierten Laien einen adressatengerechten Zugriff auf grammatische Information unterschiedlicher Breite und Tiefe ermöglichen.
Theoretischer Rahmen
GRAMMIS knüpft an die am Institut für Deutsche Sprache entstandene Grammatik der deutschen Sprache an und ist wie diese durch einen systematischen Erklärungsanspruch gekennzeichnet. Allerdings wird statt des kategorialgrammatischen Formalismus das robustere Format einer oberflächenorientierten Konstituentenstrukturgrammatik mit syntaktischen Funktionen verwendet.
Methodik, Datengrundlage
Es wird auf den Ergebnissen der Grammatik der deutschen Sprache aufgebaut. Als Datengrundlage werden hauptsächlich IDS-Korpora sowie weitere elektronisch verfügbare Ressourcen wie "Digitale Bibliothek", Hörbücher und andere digitalisierte Tonmaterialien genutzt. Um GRAMMIS für ein breites Publikum möglichst adressatenspezifisch nutzbar zu machen, werden auch Anfragen bei Sprachberatungen und Fehlersammlungen der Institute für Didaktik des Deutschen als Fremdsprache ausgewertet.
Aktivitäten
System-Präsentationen finden regelmäßig bei den Jahrestagungen des IDS und anderen Fachtagungen statt. In der letzten Zeit fanden außerdem folgende Veranstaltungen statt:
- IDS-Kolloquium: "Grammatik in Fragen und Antworten", 24.01.2006
- Sprachforum: "GRAMMIS - Grammatik mit neuen Medien", 12.02.2003
- IDS-Kolloquium: "GRAMMIS und ProGr@mm", 4.12.2002 (vgl. Sprachreport 2003/1, S. 13-17)
Kooperation
GRAMMIS bildet den Grundstock eines umfangreichen "Grammatischen Informationssystems", in das Ergebnisse potenziell aller Projekte der Abteilung Grammatik integriert werden. Bisher sind in GRAMMIS etwa die Erkenntnisse der Spezialuntersuchungen zur Wortbildung (vgl. Donalies 2005) und zu den Konnektoren (vgl. Handbuch der deutschen Konnektoren) eingeflossen. Auf der Grundlage von GRAMMIS entsteht im Rahmen eines selbständigen Projekts ein speziell auf universitäre Lehre zugeschnittenes Informationssystem ProGr@mm. Im Bereich des Grammatischen Wörterbuchs wird GRAMMIS mit dem Projekt elexiko - Wissen über Wörter der Abteilung Lexik vernetzt.
Internet-Service des Projekts
GRAMMIS ist seit Anfang 2000 online und unter der Adresse http://www.ids-mannheim.de/grammis/ für jedermann zugänglich.
Mitarbeiter
Bruno StreckerEva Breindl-Hiller
Elke Donalies
Helmut Frosch
Marek Konopka
Jacqueline Kubczak
Roman Schneider
Angelika Storrer (bis 31.03.2002)
Klaus Vorderwülbecke (bis 31.08.2005)
Publikationen
Breindl, Eva (1997): DaF goes Internet. Neue Entwicklungen in Deutsch als Fremdsprache. Deutsche Sprache 24/4. S. 289-342. Online-Version in ORBIS: Online Reihe Beiträge zu Internet und Sprache. http://www.ids-mannheim.de/grammis/orbis/daf/daframe1.html
Breindl, Eva (1998):Konzeption und Konversion: zur simultanen Produktion von Printtext und Hypertext am Beispiel Grammatik. In: Storrer / Harriehausen (Hgg.), S. 75-98.
Breindl, Eva (1999): Grammatik im WWW. In: ORBIS: Online Reihe Beiträge zu Sprache und Internet. http://www.ids-mannheim.de/grammis/orbis/
Breindl, Eva (2003): Lernergrammatik: Und was ist mit den Lehrern? In: Wolff, Armin/ Riedner, Ursula Renate (Hg.): Grammatikvermittlung - Literaturreflexion - Wissenschaftspropädeutik - Qualifizierung für eine transnationale Kommunikation. Regensburg: Fachverband Deutsch als Fremdsprache. (= Materialien Deutsch als Fremdsprache 70). S. 202-223.
Breindl, Eva/ Schneider, Roman/
Strecker, Bruno (2000): GRAMMIS - ein Projekt stellt sich vor. In: Sprachreport.
Informationen und Meinungen zur deutschen Sprache. Heft 1/2000, 19-24.
Donalies, Elke (2002): Die Wortbildung des Deutschen - Ein Überblick. Tübingen: Narr (Studien zur deutschen Sprache 27).
Donalies, Elke (2005): Die Wortbildung des Deutschen - Ein Überblick. 2. überarb. Aufl. Tübingen: Narr (Studien zur deutschen Sprache 27).
Frosch, Helmut (2005): BDG. Die Bibliografie zur deutschen Grammatik. In: Sprachreport. Informationen und Meinungen zur deutschen Sprache. Heft 3/2005, 12-15.
Konopka, Marek (2003): GRAMMIS - ein grammatisches Informationssystem im Internet. In: Sprachreport.
Informationen und Meinungen zur deutschen Sprache. Heft 1/2003, 13-17.
Konopka, Marek (2006): Grammatik in Fragen und Antworten. In: Sprachreport.
Informationen und Meinungen zur deutschen Sprache. Heft 3/2006, 9-12.
Pasch, Renate/ Brauße, Ursula/ Breindl, Eva/ Waßner, Ulrich Hermann (2003): Handbuch der deutschen Konnektoren. Linguistische Grundlagen der Beschreibung und syntaktische Merkmale der deutschen Satzverknüpfer (Konjunktionen, Satzadverbien und Partikeln). Berlin, New York: de Gruyter. (= Schriften des Instituts für Deutsche Sprache 9).
Schneider, Roman (1997): Datenbankintegration und Navigationsangebote in einem hypermedialen Informationssystem zur deutschen Verbvalenz. Magisterarbeit Universität Trier.
Schneider, Roman (1998): Zur Lexikon-Grammatik-Schnittstelle in einem hypermedialen Informationssystem. In: Storrer/Harriehausen (Hgg.), S. 57-74.
Schneider, Roman (2000): Planning for new media - The Bibliography of German Grammar goes online. In: ORBIS: Online Reihe Beiträge zu Sprache und Internet. http://www.ids-mannheim.de/grammis/orbis/bdg/bdg.html
Schneider, Roman (2004): Benutzeradaptive Systeme im Internet: Informieren und Lernen mit GRAMMIS und ProGr@mm. Mannheim: IDS (=amades 4/04).
Zum Bestellschein
Storrer, Angelika (1995): Die Grammatik mit der Maus. Konzeption eines multimedialen Informationssystems zur deutschen Grammatik. In: Hitzenberger, Ludwig (Hg.): Angewandte Computerlinguistik. Vorträge im Rahmen der Jahrestagung 1995 der Gesellschaft für Linguistische Datenverarbeitung (GLDV) e.V. Regensburg, 30.-31.3.1995. Hildesheim u.a.: Olms, S. 291-303.
Storrer, Angelika (1997): Vom Text zum Hypertext. Die Produktion von Hypertexten auf der Basis traditioneller wissenschaftlicher Texte. In: Knorr, Dagmar/ Jacobs, Eva-Maria (Hgg.): Textproduktion in elektronischen Umgebungen. Frankfurt am M., S. 121-139.
Storrer, Angelika (1997): Grammatikographie mit Neuen Medien: Erfahrungen beim Aufbau eines Informationssystems zur deutschen Grammatik. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 106, S. 44-75.
Storrer, Angelika (1998): Hypermedia und Grammatikographie. In: Storrer / Harriehausen (Hgg.), S. 29-56.
Storrer, Angelika (1998): Vom Grammatikbuch zur Hypertext-Grammatiik. Methodisches Vorgehen bei der Hypertextualisierung nicht-standardisierter Textsorten. In: Heyer, Gerhard/Wolff, Christian (Hgg.) (1998): Linguistik und neue Medien. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag, S. 33-49.
Storrer, Angelika/ Harriehausen, Bettina (Hgg.) (1998): Hypermedia für Lexikon und Grammatik. Tübingen: Narr [Studien zur deutschen Sprache.]
Strecker, Bruno (1998): Hypertext: Chance oder Herausforderung für die Grammatikschreibung? In: Storrer/ Harriehausen (Hgg.), S. 21-28.
Strecker, Bruno (2005): Grammis.Das grammatische Informationssystem des Instituts für Deutsche Sprache. In: Sprachreport. Informationen und Meinungen zur deutschen Sprache. Heft 3/2005, 12-15.
Strecker, Bruno (2006): Anfang diesen Jahres oder Ende dieses Jahres? - Genitiv Singular beim Demonstrativ-Artikel. In: Sprachreport. Informationen und Meinungen zur deutschen Sprache. Heft 3/2006, 13-14.
Vinckel, Hélène (2008) : grammis. Das grammatische Informationssystem des Instituts für Deutsche Sprache
Zifonun, Gisela/ Hoffmann, Ludger/ Strecker, Bruno u. a. (1997): Grammatik der deutschen Sprache. Berlin/ New York: de Gruyter.
