Syntax der zeilenorientierten Suchanfragesprache
Übersicht
- 1. Allgemeines zur Suchanfrage
- 1.1. Suchbegriff und Suchmuster
- 1.2. Zeichensatz und Sonderzeichen
- 1.3. Groß-/Kleinschreibung
- 1.4. Klammerungen
- 1.5. Suchanfrage und Suchergebnis
- 1.6. Suchlauf und temporäre Wortformenlisten
- 2. Suchoperatoren
- 2.1. Wortformoperatoren
- 2.1.1. Die
Platzhalteroperatoren
*,?,+ - 2.1.2. Der
Grundformoperator
& - 2.1.3. Der
Ignorierungsoperator
$
- 2.2. Logische Operatoren
- 2.3. Abstandsoperatoren
- 2.3.1. Der
Wortabstandsoperator
w - 2.3.2. Der
Satzabstandsoperator
s - 2.3.3. Der
Absatzabstandsoperator
p
- 2.4. Annotationsoperatoren
- 2.4.1. Der
Operator
MORPH
- 2.5. Kombinationsoperatoren
- 2.5.1. Der
Operator
IN - 2.5.2. Der
Operator
OV
- 2.6. Elementoperatoren
- 2.6.1. Der
Operator
ELEM
- 2.7. Textbereich-Operatoren
- 2.7.1. Der
Operator
LINKS - 2.7.2. Der
Operator
RECHTS - 2.7.3. Der
Operator
INKLUSIVE - 2.7.4. Der
Operator
EXKLUSIVE - 2.7.5. Der
Operator
BED
- 3. diverse Textauszeichnungen
- 3.1 Textpositionen
- Der vorliegende Text wurde in Grundzügen der COSMAS I-Referenz entnommen, neu strukturiert, aktualisiert und erweitert.
- Eine Sammlung von einfachen linguistischen Problemstellungen und Lösungen finden Sie im Kochbuch.
1. Allgemeines zur Suchanfrage
Mit der Suchanfragesprache von COSMAS II
lassen sich linguistische und andere sprachbezogene Fragestellungen
umsetzen.
Neben der Suche nach einfachen Wortformen bietet
COSMAS II eine
Vielzahl von Möglichkeiten für Kombinationssuchen und Suchen
mit Suchmustern.
Was Sie für die Eingabe von Suchanfragen wissen sollten:
- Suchbegriffe und Suchmuster
- Zeichen und Sonderzeichen
- Groß-/Kleinschreibung
- Klammerungen
- Suchanfrage und Suchergebnis
- Suchlauf und temporäre Wortformenlisten
Die Suchanfragesyntax gewährleistet eine relativ hohe Treffergenauigkeit. Unter Suchanfragesyntax ist die Verbindung von bestimmten Einheiten (Suchoperatoren) zu einer Suchanfrage nach den Regeln der Abfragesprache zu verstehen.
1.1. Suchbegriff und Suchmuster
Unter Suchbegriff ist im Zusammenhang mit COSMAS II folgendes zu verstehen:
- in der Suchanfrage:
- Wort im lexikalischen bzw. grammatischen Sinn
- Satzzeichen oder anderes Sonderzeichen
- Zahl
- Suchmuster:
- Wort bzw. Wortsegment mit den
Platzhalteroperatoren
*,?und+ - Grundform (ein unflektiertes Wort bzw. ein
Wortbildungsmorphem) mit dem
Grundformoperator
& - Wort mit dem
Ignorierungsoperator
$in Bezug auf Groß-/Kleinschreibung
- Wort bzw. Wortsegment mit den
Platzhalteroperatoren
- in Korpustexten:
- in den Texten des aktiven Korpus durch die Suchanfrage gefundene Wortform(en) bzw. gefundene(s) Satz- oder andere(s) Zeichen (auch Zahlen)
Logische Operatoren als Suchbegriffe
Sollen die Wörter "und", "oder", "nicht", "and", "or", "not" Suchbegriffe sein, sind sie in Anführungsstriche zu setzen.
Beispiel-Suchanfragen:
bevor /+w5 "nicht"groß "oder" kleinKind "und" Kegel
|
- Ohne Anführungsstriche werden die oben genannten Wörter als logische Operatoren behandelt.
Platzhalteroperatoren als Suchbegriffe
Sollen die Platzhalter ?, * oder
+
Suchbegriffe oder Teile von Suchbegriffen sein, ist jeweils ein "\"
voranzustellen.
Beispiel-Suchanfragen:
\?\*\+
|
- Ohne vorangestellten Backslash ("\") werden die oben genannten Zeichen als Platzhalteoperatoren behandelt.
\\ |
Soll der Backslash ("\") selbst Suchbegriff oder Teil eines Suchbegriffs sein, muss ebenfalls ein Backslash vorangestellt werden.
1.2. Zeichensatz und Sonderzeichen
COSMAS II akzeptiert die deutschen Sonderzeichen (ä, Ä, ö, Ö, ü, Ü sowie ß) in den Wörtern der Suchanfrage sowie alle weiteren Sonderzeichen von ISO 8859-1, dem Zeichensatz der westeuropäischen Sprachen.
![]() (Grafik entnommen aus Wikipedia) |
- Ausnahme: Bei der Verwendung des Grundformoperators & muss in der Grundform das "ß"-Zeichen durch "ss" ersetzt werden, z.B. "&gross".
Das Et-Zeichen &
Eine Ausnahme innerhalb ISOlat1 bildet das Et-Zeichen '&', das wegen seiner Funktion in HTML- und UNICODE-Zeichenkodierungen als & kodiert ist und als solches gesucht werden muss.
| WORT(H&M-Kette) |
Diese Suchanfrage findet Vorkommnisse von H&M-Kette.
Sonderzeichen am Wortende
Jede Wortform, die in den Korpustexten mit einem Sonderzeichen endet, ist nur ohne dieses Zeichen suchbar. Davon ausgenommen sind Abkürzungen, sie behalten ihren Punkt auch in der Suchanfrage.
Wenn z.B. nach "usw." oder "Prof." gesucht werden soll, muss in der Suchanfrage stehen:
Beispiel-Suchanfragen:
usw.Prof.
|
Suche nach Wortformen mit Sonderzeichen außerhalb von ISOLat1
COSMAS II nutzt als Standard-Zeichensatz ISOLat1 (entspricht ISO8859-1). Zeichen, die sich nicht in diesem Zeichensatz befinden bzw. Zeichen, von denen man nicht genau weiss, wie man sie über die Tastatur eingeben soll, können als XML-Zeichen mit dezimalem UNICODE-Wert eingegeben werden.
Beispiel: Auslassungspunkte
| Zeichen | Symbol | HTML-Zeichen | UNICODE-Wert dezimal |
UNICODE-Wert hexadezimal |
|---|---|---|---|---|
| Auslassungspunkte | … | … | 8230 | x2026 |
Beispiel: Suchanfrage nach dem Sonderzeichen allein
"…"
|
Bemerkung: da das &-Zeichen am Anfang des Suchbegriffs steht, muss der gesamte Suchbegriff zwischen Anführungszeichen geschrieben werden, damit COSMAS II es vom Lemmatisierungsoperator unterscheiden kann.
Beispiel: Suchanfrage nach dem Sonderzeichen innerhalb eines Suchbegriffs
"*…" "*…*" "…*"
|
Wie lautet die Kodierung meines Sonderzeichens
Der Dezimalwert vieler Sonderzeichen läßt sich z.B. in Wikipedia nachschlagen. Siehe zum Beispiel den Wikipedia-Eintrag für die Auslassungspunkte.
Wortliste
Der WORT-Operator verfügt außerdem über eine
globale Wortformliste, die
Sie aufrufen können, um sich die Wortformen im momentan aktiven
Archiv präsentieren zu lassen und gegebenenfalls eine davon
auszuwählen.
1.3. Groß-/Kleinschreibung
Ob die Groß-/Kleinschreibung in einer Suchanfrage beachtet oder ignoriert werden, hängt in erster Linie davon ab, welche allgemeinen Einstellungen Sie in den Optionen zur Suche getroffen haben. Dort können Sie angeben, ob die Groß-/Kleinschreibung nur am Wortanfang, für den Rest des Wortes oder das ganze Wort beachtet werden soll.Beispiel-Suchanfrage:
sein
|
Falls die Optionen zur Groß-Kleinschreibung deaktiviert sind, liefert
diese Suchanfrage Treffer für "sein", "Sein" oder "SEIN".
Bei Aktivierung der Groß-/Kleinschreibung am Wortanfang dagegen erhalten
Sie nur Treffer für "sein".
Beispiel-Suchanfrage:
Sein
|
Falls die Optionen zur Groß-Kleinschreibung deaktiviert sind, liefert
diese Suchanfrage dieselben Treffer wie die vorhergehende
Suchanfrage sein.
Bei Aktivierung der Groß-/Kleinschreibung am Wortanfang dagegen erhalten
Sie ausschließlich Treffer für "Sein".
- Zusätzlich zu den allgemeinen Einstellungen über die Optionen zur Suche können Sie für jeden Suchbegriff in Ihrer Suchanfrage festlegen, ob die vorgegebene Groß-/Kleinschreibung ignoriert werden.
- Weitere Beispiele zur Suche abhängig von Groß-/Kleinschreibung
1.4. Klammerungen
Enthält Ihre Suchanfrage mehr als einen Abstandsoperator, sind runde Klammern zu setzen.
Beispiel-Suchanfragen:
(Tag /+w2 offenen) /+w1 Tür
|
Auch möglich, aber zeitaufwändiger, weil der ein sehr häufiges Wort ist:
((Tag /+w1 der) /+w1 offenen) /+w1 Tür
|
Enthält Ihre Suchanfrage logische Operatoren und Abstandsoperatoren, sind ebenfalls runde Klammern zu setzen.
Beispiel-Suchanfragen:
&herausfordern oder (&fordern /+s0 heraus)(Landschaft oder Gegend) /s0 &schauen((schöne oder große) /+w3 Augen) /s0 &machen
|
1.5. Suchanfrage und Suchergebnis
Die Treffermenge kann aus Einzelworttreffern oder aus Mehrworttreffern bestehen, was von der Syntax der Suchanfrage abhängt.
Enthält Ihre Suchanfrage nur einen Suchbegriff oder sind mehrere Suchbegriffe mit logischen Operatoren verknüpft, besteht die Treffermenge aus Einzelworttreffern.
Beispiel-Suchanfragen:
Willkommenanscheinend oder scheinbar
|
- Bei der Verwendung des logischen
UND-Operators ist in den Korpustexten oft nur einer von beiden Suchbegriffen sichtbar, weil sich der zweite außerhalb des angezeigten Kontextes befindet.
Haben Sie in Ihrer Suchanfrage
Abstandsoperatoren verwendet,
besteht die Treffermenge aus Gruppen von zusammengehörenden
Suchbegriffen.
Die nachfolgende Suchanfrage
erzeugt beispielsweise Gruppen von zwei Treffern innerhalb eines Satzes
bestehend aus den beiden Suchbegriffen.
Beispiel-Suchanfrage:
offen /s0 sprechen
|
Im Zusammenhang mit der Ergebnispräsentation und -sortierung behandelt COSMAS II die zusammengehörenden Suchbegriffe der Gruppen immer als Mehrworttreffer.
1.6. Suchlauf und temporäre Wortformlisten
Bei Anwendung der Wortformoperatoren
*, ?,
+, &
und $ ist der Suchlauf
in drei Phasen unterteilt:
- 1. Phase: Korpusvalidierung der Treffer
- COSMAS II ermittelt im aktiven Korpus zunächst die zu jedem einzelnen Suchmuster der Suchanfrage passenden Wortformen. Hierbei werden automatisch sogenannte temporäre Wortformlisten erstellt.
- 2. Phase: Editieren der temporären Wortformlisten
- In jeder temporären Wortformliste, die Sie sortieren lassen können, wählen Sie die Wortformen aus, die Sie in der 3. Phase in den Texten suchen lassen möchten.
- 3. Phase: Belegsuche
- COSMAS II sucht die Belegstellen zu den angewählten Wortformen der temporären Wortformliste.
Ob in der 1. Phase des Suchlaufs temporäre Wortformlisten angezeigt werden oder nicht, ergibt sich aus der von Ihnen vorgenommenen Einstellung der Optionen zur Suche.
- Für bestimmte Suchmuster mit
dem Platzhalteroperator
*bzw. dem Grundformoperator&gibt es sehr viele passende Wortformen in den Korpustexten (z.B. für das Suchmuster *en).
In diesem Zusammenhang kann es passieren, dass eine temporäre Wortformliste nicht vollständig ist. Auf dem Bildschirm erscheint eine entsprechende Meldung.
2. Suchoperatoren
Übersicht
COSMAS II kennt folgende Klassen von Suchoperatoren:
- Wortformoperatoren
- die Platzhalteroperatoren
*,?,+ - den Grundformoperator
& - den Ignorierungsoperator
$
- die Platzhalteroperatoren
- Logische Operatoren
- die Operatoren
UND,ODER,NICHT
- die Operatoren
- Abstandsoperatoren
- den Wortabstandsoperator
w - den Satzabstandsoperator
s - den Absatzabstandsoperator
p
- den Wortabstandsoperator
- Annotationsoperatoren
- den Operator
MORPH
- den Operator
- Kombinationsoperatoren
- Elementoperatoren für SGML- bzw. XML-Annotationen
- den Operator
#ELEM
- den Operator
- Textbereich-Operatoren
2.1. Wortformoperatoren
Wortformoperatoren sind
Funktionszeichen für spezielle Suchoperationen
zur Ermittlung bestimmter im aktiven Korpus vorkommender Wortformen.
Zusammen mit Wörtern bzw. Wortsegmenten bilden sie
Suchmuster,
zu denen COSMAS II die
im aktiven Korpus vorkommenden passenden Wortformen ermittelt.
COSMAS II kann nach mehreren Suchbegriffen gleichzeitig suchen. Die einzelnen Suchbegriffe müssen in der Suchanfrage durch logische Operatoren und/oder Abstandsoperatoren miteinander verknüpft sein.
Zu den Wortformoperatoren gehören
- die Platzhalteroperatoren
*,?,+, - der Grundformoperator
&und - der Ignorierungsoperator
$.
Darüber hinaus ist auch eine einfache Wortform oder ein Wortsegment ein Operator dieser Kategorie.
Eine simple Suchanfrage kann durch die Suche nach einer einfachen Wortform gestartet werden.
Willkommen
|
2.1.1. Die Platzhalteroperatoren *,
?, +
Diese Operatoren ermöglichen die Suche nach Wörtern und Wortsegmenten mit ergänzenden Zeichen(ketten). Das Wort (bzw. das Wortsegment) als solches ist ebenfalls gleichzeitig Suchbegriff.
Diese Operatoren sind "Platzhalter" für beliebige Zeichen:
*steht für 0 bis n Zeichen (keines bis "unendlich" viele),?steht für genau ein Zeichen,+steht für 0 oder 1 Zeichen (höchstens eines).
Diese Operatoren können am Anfang oder am Ende von Wörtern bzw. Wortsegmenten stehen bzw. von Wortsegmenten umgeben sein. Sie sind ohne Leerzeichen mit dem Wort bzw. Wortsegment in das Suchanfragefenster zu schreiben.
Operator(en) und Wort bzw. Wortsegment(e) bilden das Suchmuster.
Ein solches Suchmuster muss mindestens zwei Buchstaben enthalten. Wenigstens ein Buchstabe muss am Anfang oder am Ende des Suchmusters stehen.
Die Operatoren können mehrmals in einem Suchmuster vorkommen.
Beispiel-Suchanfragen
Bei Verwendung des Platzhalters *
(beliebig viele oder gar kein Zeichen)
Mond*
|
erhalten Sie in der temporären Wortformliste bspw. die Treffer
- "Mond": das Wort selbst, da der Platzhalter in diesem Fall für kein Zeichen steht,
- "Mondes": eine der Flexionsformen des Wortes oder
- "Mondschein": ein beliebig langes Kompositum mit dem vorgegebenen Wortanfang.
*mond |
Hier erhalten Sie - neben dem Wort "mond" selbst - u.a. die Treffer "Neumond", "Vollmond", aber auch "Raymond" oder "Hammond".
Bei Verwendung des Platzhalters ? (genau ein Zeichen)
Mond? |
enthält die Wortformliste Treffer für "Monde" - einerseits die Flexionsformen des deutschen Wortes "Mond", andererseits das gleichlautende französische Wort - oder auch "Mondo" oder "Mondy".
Bei Verwendung des Platzhalters + (höchstens ein Zeichen)
Mond+
|
erhalten Sie neben allen Treffern der obigen Suchanfrage
Mond? auch das Wort "Mond" selbst.
Ob Groß-/Kleinschreibung berücksichtigt wird, wenn das Suchmuster mit einem Wort bzw. Wortsegment beginnt, ergibt sich aus der von Ihnen vorgenommenen Einstellung in den Optionen zur Suche.
- Beispiele zur Suche nach orthografischen Varianten
2.1.2. Der Grundformoperator &
Dieser Operator ermöglicht nicht nur
die Suche nach Flexions-, sondern auch nach Wortbildungsformen
zu einer in der Suchanfrage eingegebenen Grundform (einem
unflektierten Wort bzw. Wortbildungsmorphem).
Bei der Verwendung des Grundformoperators & muss in der
Grundform das ß-Zeichen durch ss
ersetzt werden, z.B. &gross.
Die Grundform als solche ist ebenfalls gleichzeitig ein Suchbegriff.
Im Zusammenhang mit COSMAS II sind Grundformen
- unflektierte Simplizia verschiedener Wortarten
- unflektierte Ableitungen und Komposita
- Wortbildungsmorpheme
Der Operator muss ohne Leerzeichen am Anfang der Grundform stehen.
Beispiele zur Anwendung des Grundformoperators
- Suche mit Flexionsformen
- Suche mit Komposita (Wortbildungsformen)
- Suche mit Ableitungen (Wortbildungsformen)
2.1.3. Der Ignorierungsoperator $
Dieser Operator ermöglicht eine teilweise
groß-/kleinschreibungsunabhängige Suche.
Er ist nur von Bedeutung, wenn die Option
Groß-/Kleinschreibung beachten eingeschaltet ist
und folglich die in der Suchanfrage vorgegebene
Groß-/Kleinschreibung bei der Suche beachtet wird.
Trotz aktivierter Option Groß-/Kleinschreibung beachten haben Sie
die Möglichkeit, einen bestimmten Suchbegriff
einer Suchanfrage groß-/kleinschreibungsunabhängig suchen zu lassen:
Sie setzen den Ignorierungsoperator $ ohne
Leerzeichen an den Anfang des betreffenden Suchbegriffs. Dadurch
ist die oben erwähnte Option in Bezug auf
diesen Suchbegriff außer Kraft gesetzt.
Beispiel-Suchanfrage:
(Tag /+w2 $offenen) /+w1 Tür
|
Sofern in den Texten des aktiven Korpus vorhanden, erhalten Sie Belege z.B. für "Tag der offenen Tür", "Tag der Offenen Tür", "Tag der OFFENEN Tür".
"Tag" und "Tür" werden so gefunden, wie sie in der Suchanfrage stehen; es gibt also keine Treffer für z.B. "TAG", auch wenn diese Schreibweise innerhalb der Wortgruppe vorhanden sein sollte.
Ohne diesen Operator würde COSMAS II die Wortform "offenen" nur so finden, wie sie in der Suchanfrage steht, nämlich in klein geschriebener Form: "Tag der offenen Tür".
- Beispiele zur Suche abhängig von Groß-/Kleinschreibung
2.2. Logische Operatoren
Die logischen Operatoren UND,
ODER, NICHT arbeiten textweise.
ODEReignet sich vorwiegend dafür, mehrere Suchbegriffe in einem einzigen Suchlauf suchen zu lassen.UNDundNICHTsind in erster Linie nützlich, um sich eine neue Recherchebasis, ein benutzerdefiniertes Korpus, gezielt zusammenzustellen.
Der Operator UND
Wenn Suchbegriffe mit dem logischen Operator
UND verknüpft sind, findet
COSMAS II im aktiven Korpus die Texte,
in denen alle Suchbegriffe vorkommen.
Beispiel-Suchanfrage:
anscheinend und scheinbar
|
Mit dieser Suchanfrage liefert COSMAS II die Texte, in denen "anscheinend" und "scheinbar" vorkommen.
- In der KWIC-Übersicht und in den Belegen wird korrekterweise mitunter nur das eine oder das andere Suchwort angezeigt, obwohl beide Suchwörter gefunden wurden. In einem solchen Fall ist der Umfang des dargestellten Kontextes zu klein, um beide Suchwörter anzeigen zu können.
Der Operator ODER
Wenn Suchbegriffe mit dem logischen Operator ODER
verknüpft sind, findet COSMAS II im aktiven
Korpus alle Texte, in denen mindestens eines der Suchbegriffe vorkommt.
Beispiel-Suchanfrage:
anscheinend oder scheinbar
|
Mit dieser Suchanfrage liefert COSMAS II die Texte, in denen "anscheinend" oder "scheinbar" oder beide Suchwörter vorkommen.
Wenn Sie die Suchoption Weggelassener
Verknüpfungsoperator bedeutet auf logische
"oder"-Verknüpfung eingestellt haben, so können Sie die
Suchbegriffe auch ohne den Operator ODER einfach
aneinanderreihen:
anscheinend scheinbar
|
Diese Vorgehensweise ermöglicht, mehr Suchbegriffe im Fragefenster
unterzubringen. Das Suchergebnis ist dasselbe, als hätten Sie den
Operator ODER verwendet.
- In der KWIC-Übersicht und in den Belegen wird korrekterweise mitunter nur das eine oder das andere Suchwort angezeigt, obwohl beide Suchwörter gefunden wurden. In einem solchen Fall ist der Umfang des dargestellten Kontextes zu klein, um beide Suchwörter anzeigen zu können.
Der Operator NICHT
Mit dem logischen Operator NICHT werden alle
Texte vollständig aus dem Suchergebnis ausgeschlossen, in denen der
Suchbegriff, der in der Suchanfrage hinter
dem NICHT steht, mindestens einmal vorkommt.
Beispiel-Suchanfrage:
anscheinend nicht scheinbar
|
Mit dieser Suchanfrage schließt COSMAS II alle Texte vollständig aus dem Suchergebnis aus, in denen "scheinbar" mindestens einmal vorkommt. Sie erhalten also nur Texte, in denen "anscheinend" allein auftritt. Es ist zu bedenken, dass auch die Texte aus dem Suchergebnis ausgeschlossen werden, in denen "anscheinend" und "scheinbar" zusammen vorkommen.
Zum Auffinden eines Suchbegriffs, bei dem ein zweiter Suchbegriff in einem bestimmten Abstand nicht vorkommt, wird der trefferausschließende Abstandsoperator verwendet.
- Logische Operatoren als Suchbegriffe
2.3. Abstandsoperatoren
Abstandsoperatoren ermöglichen, nach zwei und mehr Suchbegriffen suchen zu lassen, die in einem bestimmten Abstand zueinander vorkommen (treffereinschließende Abstandsoperatoren) oder nicht vorkommen (trefferausschließende Abstandoperatoren).
Alle Operatoren können Sie ins Suchanfragefenster schreiben
(UND, ODER,
NICHT können mit großen oder kleinen Buchstaben im
Suchanfragefenster stehen; in den Beispiel-Suchanfragen wurden
grundsätzlich kleine Buchstaben verwendet).
Zu den Abstandsoperatoren gehören
- der Wortabstandsoperator
w, - der Satzabstandsoperator
sund - der Absatzabstandsoperator
p,
die sich jeweils in zwei Gruppen gliedern lassen:
- treffereinschließende Operatoren: ermöglichen die Suche nach zwei und mehr Suchbegriffen, die in einem bestimmten Abstand zueinander vorkommen,
- trefferausschließende Operatoren: ermöglichen die Suche nach einem Suchbegriff, bei dem in einem bestimmten Abstand ein zweiter Suchbegriff nicht vorkommt.
Mit einem Abstandsoperator geben Sie an, wie groß der Abstand von Suchbegriff zu Suchbegriff maximal sein oder in welchem Intervall er liegen soll.
| Abstandstyp | Abstandsoperator | |
|---|---|---|
| treffereinschließend | trefferausschließend | |
| Wortabstand | /w.. |
%w.. |
| Satzabstand | /s.. |
%s.. |
| Absatzabstand | /p.. |
%p.. |
Anstelle der Pünktchen im jeweiligen Abstandsoperator setzen Sie eine Zahl als Wert für den gewünschten maximalen Abstand (z.B. /w1) oder zwei durch Doppelpunkt getrennte Zahlen als Wert für den gewünschten Intervallabstand (z.B. /w3:2) ein.
Beispiel-Suchanfragen:
Dach /s2 FachDach /+w1 FachDach /-w1:2 FachDach %p0 Fach |
Maximal- und Intervallabstand
- Enthält ein Abstandsoperator nur eine Zahl MAX, so ist der von Ihnen angegebene Abstand ein Maximalwert. Demzufolge sind alle gefundenen Suchbegriffe mit einem kleineren Abstand zueinander (inklusive 0-Abstand) als dem angegebenen ebenfalls Bestandteil des Suchergebnisses.
- Enthält ein Abstandsoperator zwei durch einen Doppelpunkt getrennte Zahlen MAX:MIN, so arbeitet der Abstandsoperator mit einer Intervallangabe. Demzufolge sind nur diejenigen Suchbegriffe Bestandteil des Suchergebnisses, deren Abstand im angegebenen Intervall liegt.
Treffer-Reihenfolge
Im Zusammenhang mit den Abstandsoperatoren können Sie vorgeben, in welcher Reihenfolge die Suchbegriffe in den Belegen auftreten sollen.
Das + (Pluszeichen) im Operator (z.B. /+w..)
bedeutet, dass das in der Suchanfrage zuerst stehende Suchbegriff auch im
Beleg vor dem zweiten Suchbegriff stehen soll.
Das - (Minuszeichen) im Operator (z.B. /-w.. ) bedeutet, dass
das in der Suchanfrage zuerst stehende Suchbegriff im Beleg
nach dem zweiten Suchbegriff stehen soll.
Ohne + und - ist die Reihenfolge der Suchbegriffe im Beleg beliebig.
Mit Hilfe des Plus- bzw. Minuszeichens in einem Abstandsoperator
haben Sie die Möglichkeit, die Treffergenauigkeit der Suchen zu erhöhen
(Beispiel: &fordern /+s0 heraus).
Einwort- und Mehrworttreffer
Der einschließende Abstandsoperator liefert in der Regel eine Liste von Mehrworttreffern, die aus den Texttreffern der beiden Suchbegriffen bestehen.
Beispiel-Suchanfrage:
Geist /+w2:10 Zeit
|
Die Mehrworttreffer bestehen in diesem Beispiel aus den Wortpaaren "Geist" und "Zeit".
In einigen Fällen kann ein Abstandsoperator auch einzelne Einworttreffer liefern, wenn beide Suchbegriffe das gleiche Textwort liefern und der Abstandsoperator das Verschmelzen beider Textwörter zu einem Treffer zulässt.
Beispiel-Suchanfrage:
&Geist /s0 &Zeit
|
Durch Anwendung des Grundformoperators liefern beide Suchbegriffe einige
identische Textwörter wie z.B. Zeitgeist. In diesem Fall führt
dies zur Ausführung der Kombination von "Zeitgeist /s0
Zeitgeist".
Da "Zeitgeist" - mit sich selbst kombiniert - immer auch im selben
Satz vorkommt,
wird in diesem Fall ein Einworttreffer zurückgeliefert.
Soll dies vermieden werden, muss ein Intervallabstand
eingesetzt werden (Bsp. &Geist /w1:6 &Zeit)
oder ein gerichteter Abstand
(&Geist /+s0 &Zeit).
Der ausschließende Abstandsoperator liefert ausschließlich eine Liste von Einworttreffern bestehend aus dem ersten Suchbegriff der Suchanfrage.
Beispiel-Suchanfrage:
&Geist %s0 &Zeit
|
In diesem Fall besteht die Ergebnisliste lediglich aus Texttreffern von &Geist.
- Grundsätzliches zu Ein- und Mehrworttreffern
Typische Fallen
Abstand /+w1:1 statt /+w1
Bei der Suche nach einem Muster wie "es scheint, dass es" wird der Suchbegriff "es" zweimal verwendet. Falls Sie dieses Muster mit der folgenden Suchanfrage suchen, werden Sie falsche Ergebnisse erhalten:
| (((es /+w1 scheint) /+w1 dass) /+w1 es) |
Obwohl COSMAS II korrekt gearbeitet hat, werden Sie unter den Ergebnissen folgende Textpassagen finden:
- (1) Doch es scheint, dass es sich der Vatikan... (richtig)
- (2) und es scheint, dass dieser Wellenschlag ... (falsch)
- (3) Ob als Produzent oder Musiker, es scheint, dass seine Leidenschaft... (falsch)
(2) und (3) werden von COSMAS II zurückgeliefert
werden, da die gewählte Formulierung die Kombination von "es scheint,
dass" und "es" mit der Bedingung /+w1,
die gleichbedeutend ist wie /+w0:1,
zulässt.
Die Bedingung /+w0 ist erfüllt,
da "es" innerhalb von "es, dass" erscheint.
Um diese Falle zu vermeiden, formulieren Sie das gesuchte Muster
wie folgt unter Einsatz von /+w1:1:
| (((es /+w1 scheint) /+w1 dass) /+w1:1 es) |
- Auch wenn Sie für das gesuchte Muster die Wörter anders
miteinander kombinieren, müssen Sie das erste "es" und "scheint, dass es"
mit dem Operator
/+w1:1verknüpfen.
| (es /+w1:1 (scheint /+w1 (dass /+w1 es))) |
Option Weggelassener Verknüpfungsoperator
In der folgenden Suchanfrage sind zwei Suchbegriffe ohne Abstandsoperator angegeben:
runder Tisch
|
Da in diesem Fall implizit zwei verschiedene Operatoren gemeint sein
können, nämlich
der Wortabstand /+w1 und der logische Operator
ODER, müssen Sie mit der Suchoption
Weggelassener Verknüpfungsoperator
(im Suchanfragefenster) den gewünschten Operator einstellen:
| Option Weggelassener Verknüpfungsoperator |
implizite Bedeutung |
|---|---|
![]() |
runder /+w1 Tisch |
![]() |
runder oder Tisch |
2.3.1. Der Wortabstandsoperator w
Mit diesem Operator können Sie vorgeben, dass nur solche Textstellen Treffer sind, in denen zwei und mehr Suchbegriffe in einem bestimmten maximalen Abstand von Wörtern vorkommen.
Beispiel-Suchanfrage:
Gegenwart /w4 Zukunft
|
Mit dieser Suchanfrage erhalten Sie Belege, in denen die Wörter
"Gegenwart" und "Zukunft" im Abstand von bis zu 4 Wörtern
vorkommen. In den Belegen kann "Zukunft" im Abstand von bis zu
4 Wörtern vor oder/und nach "Gegenwart" stehen, denn es wurde
keine Treffer-Reihenfolge
vorgegeben (kein +
oder - im Operator verwendet).
- Weitere Beispiele zur Suche nach Wortgruppen
Wortabstand und Satzzeichen
COSMAS II interpretiert Satzzeichen im Zusammenhang mit dem Wortabstand ähnlich wie Suchwörter. Der Abstand von einem Satzzeichen zu einem Wort ist folgendermaßen definiert:
- Ein Satzzeichen, das einem Wort unmittelbar nachgestellt ist, hat zu ihm einen Abstand von 0 Wörtern.
- Ein Satzzeichen, das einem Wort unmittelbar vorangestellt ist, hat zu ihm einen Abstand von 1 Wort.
In der Fügung "... das heißt, daß ..." hat das Komma zu "heißt" einen Abstand von 0 Wörtern, zu "daß" einen Abstand von 1 Wort.
Zielt Ihre Suche auf ein Suchwort mit unmittelbar nachgestelltem
Satzzeichen ab, können Sie den Wortabstands-Operator
in der Form /w0 (im Abstand von 0 Wörtern) einsetzen:
heißt /w0 ,
|
- Weitere Beispiele zur Suche nach Wörtern mit Satzzeichen
Wortabstand 0 und Überlappungen von Textbereichen
der 0-Wortabstand kann auch eingesetzt werden, um eine Überlappung zwischen mehreren Textbereichen zu erkennen. Dabei ist es nicht notwendig, dass die Textbereiche gemeinsame Wörter enthalten.
2.3.2. Der Satzabstandsoperator s
Mit diesem Operator können Sie vorgeben, dass nur solche Textstellen Treffer sind, in denen zwei und mehr Suchbegriffe innerhalb einer bestimmten maximalen Anzahl von Sätzen vorkommen.
Beispiel-Suchanfrage:
Gegenwart /s2 Zukunft
|
Mit dieser Suchanfrage erhalten Sie Belege, in denen Zukunft im Abstand von bis zu 2 Sätzen vor oder/und nach dem Satz, in dem Gegenwart gefunden wurde, vorkommt. Es wurde keine Treffer-Reihenfolge festgelegt (kein + oder - im Operator verwendet).
- Weitere Beispiele zur Suche innerhalb eines Satzes
- Beispiele zur Such nach trennbar zusammengesetzten Verben
2.3.3. Der Absatzabstandsoperator p
Mit diesem Operator können Sie vorgeben, dass nur solche Textstellen Treffer sind, in denen zwei und mehr Suchbegriffe innerhalb einer bestimmten maximalen Anzahl von Absätzen vorkommen.
Beispiel-Suchanfrage:
Gegenwart /p2 Zukunft
|
Mit dieser Suchanfrage erhalten Sie Belege, in denen "Zukunft"
im "Abstand" von bis zu 2 Absätzen vor oder/und nach dem Absatz,
in dem Gegenwart gefunden wurde, vorkommt.
Es wurde keine Treffer-Reihenfolge festgelegt
(kein + oder - im Operator verwendet).
2.4. Annotationsoperatoren
Annotationsoperatoren ermöglichen die Eingabe von linguistischen oder strukturellen Annotationen (z.B. Überschriften).
Zur Zeit wird als einziger Operator MORPH angeboten, der die Eingabe von Wortklassen für den jeweils in einem Archiv verwendeten Tagset unterstützt.
2.4.1. Operator MORPH
MORPH ist ein Operator für die Formulierung
von Wortklassen.
Er kann sinnvollerweise nur in morphosyntaktisch annotierten Archiven
eingesetzt werden und unterstützt verschiedene
Tagsets.
Übersicht über die Archive und Tagsets, in denen MORPH
gegenwärtig eingesetzt werden kann:
| Archiv | Tagset | Assistent COSMAS IIwin |
Assistent COSMAS IIweb |
|---|---|---|---|
TAGGED-C |
CONNEXOR-Tagset | nein | ja |
TAGGED-T |
STTS-Tagset | nein | ja |
TAGGED-M |
MECOLB Minimal-Tagset | ja | ja |
Beispiel-Suchanfrage:
MORPH(V PCP)
|
Eingabeassistent
Das Ausfüllen des MORPH-Operators wird meistens
durch einen
Eingabe-Assistenten unterstützt, damit das Nachschlagen der Wortklassen
und ihrer Unterklassen in der Online-Dokumentation entfallen kann.
Die obige Tabelle gibt an, ob für ein Archiv und das darin verwendete
Tagset ein Assistent in der jeweiligen COSMAS II-Applikation vorhanden ist.
Ist, wie im Fall von COSMAS IIwin, der Assistent in einem Archiv mit morphosyntaktisch annotierten Korpora nicht verfügbar, können die Wortklasseninformationen in den oben genannten Tagset-Dokumentationen nachgeschlagen und von Hand in den Operator MORPH eingetragen werden. Analog dazu können vom Assistent erzeugte MORPH-Ausdrücke nach Belieben von Hand verändert werden.
- Beschreibung des morphosyntaktischen Assistenten
Beispiel 2: Negieren einer Wortklasse
MORPH(-NOU)
|
Die Negation einer Wortklasse wird vom Assistenten nicht unterstützt, das Negationszeichen "-" muss von Hand eingetragen werden.
Ausdrücke mit negierten Wortklassen, im Gegensatz zu negierten Untermerkmalen, müssen wohlüberlegt eingesetzt werden, da sie eine temporäre Treffermenge großen Ausmaßes erzeugen; auf der einen Seite werden dadurch der Ressourcen des COSMAS II-Servers stark beansprucht, auf der anderen Seite wird die Ausführung der Suchanfrage verlangsamt.
2.5. Kombinationsoperatoren
Zu den Kombinationsoperatoren gehören
2.5.1. Kombinationsoperator #IN
Definition
- Kurzform ohne Optionen:
X #IN Y - Vollständige Form mit Optionen:
X #IN(Optionen) Y
Mit #IN werden alle Vorkommnisse des (komplexen)
Suchbegriffes X gefunden, die sich innerhalb des gesuchten (komplexen)
Objektes Y befinden.
Obwohl es sich um einen Kombinationsoperator handelt, enthält das Resultat nur die Liste der Suchbegriffe X, die die Suchanfrage erfüllen.
Verwendung
Der Operator #IN stammt aus der Syntax für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
2.5.2. Kombinationsoperator #OV
Definition
- Kurzform ohne Optionen:
X #OV Y - Vollständige Form mit Optionen:
X #OV(Optionen) Y
Mit #OV werden alle Vorkommnisse des (komplexen) Suchbegriffes X gefunden, die sich mit den Vorkommnissen des gesuchten (komplexen) Suchbegriffes Y überschneiden (OV = overlay, dt. überschneiden).
Obwohl es sich um einen Kombinationsoperator handelt, besteht das Resultat nur aus den ausgewählten Vorkommnissen von X.
Einschränkung
Dieser Operator erkennt Überlappungen von Textbereichen nur dann, wenn diese Bereiche mindestens 1 gemeinsames Wort haben. Um Überlappungen von Textbereichen zu finden, die kein gemeinsames Wort haben, wende man den 0-Wort-Abstandsoperator /w0> an.
- siehe dieses thematische Beispiel zum Auffinden von Überlappungen mittels /w0
Verwendung
Der Operator #OV stammt aus der Syntax für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
2.6. Elementoperatoren
Als Elementoperator existiert im Gegensatz zur COSMAS II-Syntax nur
- der Operator #ELEM.
2.6.1. Elementoperator #ELEM
Definition
#ELEM(Element- und Attributausdruck)
Hintergrund
#ELEM ist ein Operator für fortgeschrittene Suchanfragen, bei denen die SGML- bzw. XML-Kodierung
in den Korpora abgefragt werden kann. Voraussetzung ist natürlich, dass man diese Kodierungen bereits kennt.
Die XML-Kodierungen bestehen generell aus:
- einem Element,
- optional aus einem oder mehreren Attributen,
- die wiederum ein oder mehrere Werte haben könnten.
Siehe dazu die folgenden Beispiele.
Innerhalb von #ELEM sollte mindestens der Elementname des tags oder ein Attribut-Werte-Paar
spezifiziert werden. Darüber hinaus können beliebig viele weitere Attrbute und zu jedem Attribut beliebig viele
Werte angegeben werden. Implizit wird zwischen allen Angaben ein logisches UND angenommen.
Das Ungleichheitszeichen (Symbol ≠) zwischen einem Attribut und einem Wert
kann sowohl mit type != 'top' als auch mit type <> 'top' formuliert werden.
Im Gegensatz dazu ist der Operator MORPH ein Beispiel dafür, wie man die interne Korpus-Kodierung für den Benutzer transparent machen kann. Die komplizierte Kodierung der Wortklassen wie <w ana='V PCP...'> wird durch den Operator MORPH vereinfacht (z.B: MORPH(V PCP)) und durch den MORPH-Assistent benutzerfreundlich präsentiert.
Verwendung
Der Operator #ELEM stammt aus der Syntax
für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
#ELEM wird in der COSMAS II-Syntax auf mehrere Operatoren
wie ELEM, ATT und
AAND abgebildet.
Diese Operatoren werden jedoch in der C1-Syntax nicht benötigt,
da in einem #ELEM ein
Ausdruck mit beliebigen Attribut-Werte-Kombinationen frei ausgedrückt werden kann.
Beispiel 1: Eingabe eines Elementnamens
#ELEM(S)
|
Gesucht wird in diesem Fall durch Eingabe von 'S' nach dem SGML- bzw. XML-Tag <s> für Sätze.
Beispiel 2: Eingabe eines Elementnamens und eines Attribut-Werte-Paares
#ELEM(HEAD type='top')
|
Gesucht wird in diesem Beispiel mit dem Elementnamen 'HEAD', dem Attribut 'type' und dem Wert 'top' nach Dachüberschriften, die in den IDS-Korpora wie folgt kodiert werden: <head type='top'>.
Beispiel 3: Angabe mehrerer Attribut-Werte-Paare
#ELEM(DIV type='Zeitschrift' complete='Y' n='0')
|
Gesucht wird mit dieser Formulierung nach XML-Kodierung der Art <div type='Zeitschrift' n='0' ...>.
2.7. Textbereich-Operatoren
Zu den Operatoren, mit deren Hilfe man den Textbereich von Treffern verändern kann, gehören
- der Operator #LINKS bzw. #BEG,
- der Operator #RECHTS bzw. #END,
- der Operator #INKLUSIVE bzw. #ALL,
- der Operator #EXKLUSIVE bzw. #NHIT und
- der Operator #BED bzw. #COND.
2.7.1. Operator #LINKS bzw. #BEG
Definition
#LINKS(X)bzw.#BEG(X)
X kann eine beliebig komplexe Suchanfrage sein. #LINKS reduziert
jede Treffergruppe in der Ergebnismenge X auf das erste Wort der Gruppe.
Besteht X aus einem 1-Wort-Treffer, so liefert #LINKS einfach nur das Wort selbst zurück.
Beispiel-Suchanfrage:
#LINKS(MORPH(V) /+w1:2 Sonne)
|
Die Treffermenge dieser Mehrwortsuchanfrage, bei der das Verb vor dem Wort Sonne steht,
wird mit dem Operator #LINKS auf das erste Trefferwort, also das Verb, reduziert.
Verwendung
Der Operator #LINKS stammt aus der Syntax für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
2.7.2. Operator #RECHTS bzw. #END
Definition
#RECHTS(X)bzw.#END(X)
X kann eine beliebig komplexe Suchanfrage sein. #RECHTS reduziert
jede Treffergruppe in der Ergebnismenge X auf das letzte Wort der Gruppe.
Besteht X aus einem 1-Wort-Treffer, so liefert #RECHTS einfach nur das Wort selbst zurück.
Beispiel-Suchanfrage:
#RECHTS(geht /+w1:2 MORPH(N))
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Die Treffermenge dieser Mehrwortsuchanfrage, bei der eine Kombination von geht
mit einem dahinter stehenden Nomen gesucht wird,
wird mit dem Operator #RECHTS auf das letzte Trefferwort, also das Nomen, reduziert.
Verwendung
Der Operator #RECHTS stammt aus der Syntax für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
2.7.3. Operator #INKLUSIVE bzw. #ALL
Definition
#INKLUSIVE(X)bzw.#ALL(X)
X kann eine beliebig komplexe Suchanfrage sein.
#INKLUSIVE transformiert
jede Treffergruppe aus X, die aus einzelnen Wörtern bestehen kann, in einen
einzigen Bereich, in welchem alle Wörter Treffer sind.
Besteht X aus einem 1-Wort-Treffer, so liefert #INKLUSIVE dasselbe Wort zurück.
Beispiel-Suchanfrage:
#INKLUSIVE(&gehen /+w1:10,s0 voran)
|
Die Mehrwortsuchanfrage liefert, durch Anwendung von #INKLUSIVE,
den ganzen Textbereich zwischen einer Verbform von gehen und
voran inklusive gehen und voran.
Verwendung
Der Operator #INKLUSIVE stammt aus der Syntax für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
2.7.4. Operator #EXKLUSIVE bzw. NHIT
Definition
#EXKLUSIVE(X)bzw.#NHIT(X)
X kann eine beliebig komplexe Suchanfrage sein.
#EXKLUSIVE liefert
den oder die Bereiche zurück, die zwischen den Wörtern von X stehen.
Besteht X aus einem 1-Wort-Treffer oder aus einer zusammenhängenden Gruppe
von Wörtern, so liefert #EXKLUSIVE für dieses X nichts zurück.
Die Ergebnisliste von #EXKLUSIVE ist also per Definition
kleiner oder gleich der Ergebnisliste von X.
Beispiel-Suchanfrage:
#EXKLUSIVE(&gehen /+w1:10,s0 voran)
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Diese Mehrwortsuchanfrage liefert, durch Anwendung von #EXKLUSIVE, den Textbereich
zwischen einer Verbform von gehen und voran, unter Ausschluss von gehen und voran.
Verwendung
Der Operator #EXKLUSIVE stammt aus der Syntax für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
2.7.5. Operator #BED bzw. #COND
Definition
#BED(X, Bed.)bzw.#COND(X, Bed.)
X kann eine beliebig komplexe Suchanfrage sein. Mit der Bedingung Bed. wird zusätzlich angegeben, an welcher Stelle innerhalb eines Satzes, Absatzes oder Textes X gesucht werden soll bzw. nicht auftreten darf.
Beispiel-Suchanfrage:
#BED(MORPH(V), +sa)
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Mit dieser Suchanfrage wird nach Verben gesucht, die am Satzanfang stehen.
Verwendung
Der Operator #BED stammt aus der Syntax für die grafische Eingabe
(wo er ohne # geschrieben wird) und wurde im August 2010 in die
Syntax für die zeilenorientierte Eingabe übernommen.
3.1. Angabe von Satz- und Absatzgrenzen
Folgende Auszeichnungen können eingesetzt werden, um Suchanfragen an Satz- und Absatzgrenzen zu formulieren:
- <sa> : Satzanfang bzw. erstes Wort eines Satzes.
- <se> : Satzende bzw. letztes Wort eines Satzes.
- <pa> : Absatzanfang bzw. erstes Wort eines Absatzes.
- <pe> : Absatzende bzw. letztes Wort eines Absatzes.
Beispiele
MORPH(V) /w0 <se>
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Mit dieser Suchanfrage liefert COSMAS II die Verben, die an Satzenden stehen.
im /w0 <pa>
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Mit dieser Suchanfrage liefert COSMAS II die Textstellen, an denen im am Anfang eines Absatzes steht.
Nachteil
Der Nachteil dieser Art von Suchanfragen besteht darin, dass sie langsam sind. Deshalb sollte man, wo es möglich ist, die Alternativen 1 oder 2 anwenden.
Alternative 1: Angabe von Textpositionen hinter den Suchbegriffen
im:pa
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Diese Suchanfrage nach der Wortform im macht sich eine Erweiterung zunutze, bei der gesuchte Wort- und Grundformen nach einem ':' um die Angabe von Textpositionen ergänzt werden können. Diese Art der Suchanfrage ist um ein Vielfaches schneller als die entsprechende Suchanfrage mit <pa>.
Alternative 2: Verwendung des Operators #BED
#BED(MORPH(V),se)
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Ebenfalls eine schnellere Ausführungszeit wird mit dem Operator #BED erreicht.
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