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MS Wissenschaft 2007

im Wissenschaftsjahr 2007 -
Die Geisteswissenschaften

4. Juni bis 4. Oktober 2007

Auch 2007 bereist das Ausstellungsschiff der Initiative Wissenschaft im Dialog wieder über 30 Städte entlang der deutschen Flüsse. Im Mittelpunkt der Ausstellung an Bord des Binnenschiffs steht in diesem Jahr das Thema Sprache. Die meisten Menschen verwenden Sprache als Werkzeug, ohne über sie als solches nachzudenken. Forscher hingegen nähern sich dem Thema Sprache von ganz unterschiedlichen Seiten. So beschäftigen sich neben den klassischen Sprachwissenschaften nicht nur die Ethnologie, Neurologie, Psychologie, sondern auch die Ingenieurwissenschaften mit Aspekten der Sprache.

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Am 4. September 2007 begrüßt Bürgermeister Lothar Quast (re.) den Direktor des IDS, Prof. Dr. Dr. h.c. Ludwig M. Eichinger (Mitte) und die Ausstellungsleiterin der MS Wissenschaft, Judith Weißbach (li.) auf der MS Wissenschaft im Rahmen eines Pressetermins in Mannheim. Das Ausstellungsschiff legt noch bis zum 6. September 2007 an der Kurpfalzbrücke in Mannheim an.

Das IDS auf der MS Wissenschaft 2007:

Deutsche Sprüche, schwere Sprüche? - Erforschen der Sprache mithilfe informatischer Methoden
Rainer Perkuhn

Sprache ist hochgradig komplex und kreativ. Trotzdem bereiten Erwerb und täglicher Umgang keine großen Schwierigkeiten. Das liegt daran, dass der Mensch aus den massenhaften Sprachdaten, denen er täglich ausgesetzt ist, "Muster" und Erwartungen lernt. Jedes Wort wird typischerweise mit bestimmten anderen Wörtern gebraucht, etwa das Wort Maus mit den Wörtern graue (graue Maus), Katze (Katze fängt Mäuse), klicken (mit der Maus klicken) und "in einem Atemzug" mit den Wörtern beißt und Faden (da beißt die Maus keinen Faden ab). Die Gesamtheit der "Partnerwörter" ist für jedes Wort charakteristisch und vermutlich sogar eindeutig. Die Beziehungen zu den Partnerwörtern können unterschiedlich motiviert und durchaus teilweise widersprüchlich sein: Sie drücken Eigenschaften oder Handlungen aus, verweisen auf Ähnliches, oder sind "sprichwörtlich", kurzum, sind typischerweise "Mitgenanntes". In einem Spiel können Beziehungsgeflechte nicht gezeigter, zu erratender Wörter aus teilweise ungewohnten Perspektiven erkundet werden.

Die "eigene Sprache" der DeutschtürkInnen - Ein dokumentarischer Film über Selbstbild und Sprachrepertoire
PD Dr. Inken Keim

Jugendliche Migranten in Mannheim verwenden neben Standarddeutsch und Türkisch auch Mannheimer Dialekt und eine deutsch-türkische Mischsprache, die sie als "eigene Sprache" bezeichnen. Der dokumentarische Film gibt Einblicke in das Selbstbild und das Sprachrepertoire dieser Jugendlichen: Der Film beginnt mit Breakdance-Aufführungen bei einem Mannheimer Stadtteilfest. Jugendliche berichten über ihre Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines eigenständigen Selbstbildes. Eine Mädchengruppe diskutiert über die Kategorie "Ausländerin", eine Jungengruppe beschäftigt sich mit dem Begriff "Kanake". Die Jugendlichen erklären, wie sie mit ihren Sprachen umgehen: In der Schule sprechen sie Deutsch, mit den Eltern Türkisch und untereinander deutsch-türkische Mischungen. Mannheimer Dialekt verwenden sie, wenn sie Spaß machen wollen. Einem deutschen Interviewer erklären türkische Jugendliche, was die Bezeichnung "Kanakensprache" für sie bedeutet. Im Gegensatz zu dem aus Film und Comedy bekannten Ethnolekt, der als "Kanaksprak" bezeichnet wird, verstehen sie unter "Kanakensprache" deutsch-türkische Mischungen, die sie selbstbewusst "ihre Sprache" nennen. Stellvertretend wehrt sich eine Jugendliche dagegen, dass sie immer wieder vor die Entscheidung gestellt wird: "deutsch" oder "türkisch"?

Presseinformation zur MS Wissenschaft 2007 vom 4. bis 6. September 2007 in Mannheim, Kurpfalzbrücke

Weitere Informationen zur MS Wissenschaft 2007 (Tourenplan, Exponaten und Buchung)